Rote Vogelmilbe

Ektoparasiten sind besonders unangenehm für die Tiere (Foto: ZG Raiffeisen)

Rote Vogelmilbe erfolgreich bekämpfen durch Vorbeugung

Geflügelhalter sehen rot bei ihrem Anblick: Die rote Vogelmilbe ist weltweit einer der wirtschaftlich bedeutendsten Ektoparasiten in der Geflügelhaltung und eine äußerst hartnäckige Plage für die Tiere. Sie kommt in jedem Bestand vor, ob Hobbyhalter oder Profibetrieb, bei Bodenhaltung ebenso wie bei Freilandhaltung. Eine Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen kann helfen.

Die rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist für jeden Hühnerhalter und vor allem für seine Tiere eine leider nur allzu bekannte Plage. Trotz aller Desinfektions- und Hygienemaßnahmen taucht der Schädling leider immer wieder in den Ställen auf. Die Milben verstecken sich tagsüber in Ritzen und Spalten der Stalleinrichtung. Bei Dunkelheit befallen sie die schlafenden Hennen und saugen ihr Blut. Die Hennen leiden immens unter den Parasiten, der die Tiere schwächt und Unruhe in die Herde bringt.

Trotz aller Desinfektions- und Hygienemaßnahmen taucht der Schädling leider immer wieder in den Ställen auf. Die Milben verstecken sich tagsüber in Ritzen und Spalten der Stalleinrichtung. Bei Dunkelheit befallen sie die schlafenden Hennen und saugen ihr Blut. Die Hennen leiden immens unter den Parasiten, der die Tiere schwächt und Unruhe in die Herde bringt.

Die Folgen

Bei starkem Befall gehen sowohl Legeleistung als auch Eiqualität zurück. Durch den Befall der Milben auf den Eiern nimmt auch die Anzahl verkaufsfähiger Eier ab. Zudem können die Milben Krankheiten wie etwa Salmonellen übertragen. Mit den ersten warmen Tagen im Jahr zeigt sich, wie stark der Befall im Stall ist. Aus einem Milbenei kann sich bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius innerhalb einer Woche eine adulte Milbe entwickeln, die wiederum viele Eier legt. Diese rasante Entwicklung erklärt den Massenbefall im Frühjahr und Sommer auf vielen Betrieben.

Gefährlicher Ektoparasit

Die rote Vogelmilbe ist weltweit einer der wirtschaftlich bedeutendsten Ektoparasiten in der Geflügelhaltung, ihre Bekämpfung ist unter diesen Gesichtspunkten unumgänglich. Diese hat sich aber in den vergangenen Jahren als große Herausforderung für die Betriebe dargestellt. Viele Wirkstoffe (wie etwa Chlorpyriphos) sind aufgrund der Biozidverordnung nicht mehr zugelassen, gegen andere (wie Akarizide auf der Basis von Pyrethroiden) haben die Milben Resistenzen gebildet, sodass die verwendeten Produkte nicht mehr wirken. Das RKW Kehl empfiehlt eine Bekämpfung in drei Stufen: aktive Bekämpfung mit Suspension auf amorpher Kieselsäure-Basis, geruchsverändernder Futterzusatz für die Tiere und eine Rundum-Desinfektion im Stall. Nur mit einer Kombination aus mehreren, aufeinander abgestimmten Maßnahmen kann die Vermehrung der hartnäckigen Plagegeister langfristig gestoppt werden.

1. Stufe: Gegenangriff mit amorpher Kieselsäure

Eine alternative, sehr effektive Maßnahme zur Bekämpfung der Milbe sind Produkte auf Basis von amorpher Kieselsäure (Siliziumdioxid). Diese gibt es inzwischen auch als wasserlösliches Pulver. Dazu wird mit einer Handbohrmaschine mit Rührer 1 kg Pulver mit 6 Liter Wasser gemischt (ausreichend für 160 Plätze). Die anschließende Ausbringung mit der Rückenspritze ist sehr bequem für die ausbringenden Person, da keine Staubbelastung besteht wie bei den meisten Pulverprodukten.

Die Suspension soll möglichst flächendeckend ausgebracht werden, vor allem Sitzstangen, Eiabrollgitter, Ritzen und Spalten müssen behandelt werden. Nach dem Trocknen verbleibt eine weiße, gut haftende Schicht aus amorphen Siliciumdioxidpartikeln. Krabbelt die Milbe darüber, wird ihre Wachsschicht durch die Silikate beschädigt und die Milbe trocknet aus. Die Kieselsäure wirkt dabei physikalisch, eine Resistenzgefahr besteht nicht.

DESINTEC M-EX Profi 80

Endlich staubfrei spritzen! Das RKW Kehl empfiehlt DESINTEC M-EX Profi 80, ein suspendierbares Pulver auf Basis von amorphen Kieselsäuren. Anders als viele andere Pulverprodukte wird es mit Wasser angerührt und kann störungsfrei mit der Rückenspritze ausgebracht werden. Durch die Depotschicht ist eine langanhaltende Wirksamkeit von bis zu zwölf Monaten nachweislich erreichbar. Bei sachgemäßer Anwendung ist DESINTEC M-Ex Profi 80 auch im belegten Stall einsetzbar. Wir beraten Sie gern!

2. Stufe: Kräuter sorgen für die richtige Tarnung

Eine weitere vorbeugende und wirksame Maßnahme zur Bekämpfung der roten Vogelmilbe ist der Zusatz einer speziellen Kräuteressenz ins Hennenfutter. Durch die Aufnahme der Kräuter mit dem Futter verändert sich der Geruch der Henne. Dieser ist für die Milbe nicht mehr attraktiv und sie beißt die Henne nicht mehr. Da die Milbe sich nur durch Aufnahme von Blut vermehren kann, wird ihre massenhafte Vermehrung gestoppt. Nachweislich nimmt die Anzahl der weißen (leeren) Milben zu und die Anzahl der roten, vollgesaugten Milben geht zurück.

Der Kräuterzusatz hat keine negativen Auswirkungen auf die Produkte Ei und Fleisch, es sind keine Wartezeiten einzuhalten und die Kräutermischung ist auch für Biobetriebe zugelassen. Das RKW Kehl bietet dafür LAM Nature-el Legehennenfutter ein an. Abgesehen von der Kräutermischung ist es außerdem aus regionalen Rohstoffen hergestellt und garantiert gentechnikfrei. Um eine dauerhafte Wirkung gegen die Milben zu erzielen, sollte das LAM Natur-el fortlaufend eingesetzt werden.

3. Stufe: Desinfektion in einem Aufwasch

Als dritte Säule einer wirkungsvollen Milbenbekämpfung steht die Desinfektion des Stalles vor der Belegung mit einem Mittel, dass Milbeneier abtötet. Somit kommen die legereifen Junghennen in einen sauberen Stall, in dem keine Milbeneier der Vorgruppe vorhanden sind. Die ZG Raiffeisen empfiehlt dafür das Produkt Desintec FL-des Allround. Dieses Zweikomponenten-Desinfektionsmittel wird unmittelbar vor dem Ausbringen angerührt. Es tötet in einem Arbeitsgang sowohl Bakterien, Viren und Pilze als auch Parasiten und Milbeneier ab. Dadurch spart der Landwirt Zeit und Kosten. Desintec FL-des allround kann mit der Schaumlanze oder dem Desinfektionswagen ausgebracht werden.

Hinweis: Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen

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