Ernte im Wechselbad: Dauerregen rettet den Mais

15.08.2017
Von: Jens Kreutzfeldt

Trotz Frost, Hitze und Unwettern mit Hagel und Dauerregen erwartet die ZG Raiffeisen im Jahr 2017 eine befriedigende bis gute Getreideernte in Baden. Der Niederschlag hat auch die Aussichten für die Maisernte wieder deutlich verbessert, die zuvor durch die extreme Hitze und Trockenheit im Juni akut bedroht worden war.


Zwischen Hitzewelle und Dauerregen: Getreidernte unter schwierigen Bedingungen (Foto: Ralf Peter/ZG Raiffeisen)

Zwischen Hitzewelle und Dauerregen: Getreidernte unter schwierigen Bedingungen (Foto: Ralf Peter/ZG Raiffeisen. Zum Vergrößern ins Bild klicken)

Nach einer turbulenten Anbausaison mit einem sprichwörtlichen Wechselbad von Wetterkapriolen zeichnet sich im Arbeitsgebiet der ZG Raiffeisen am Ende eine befriedigende bis gute Getreideernte 2017 ab. Während viele Sonderkulturbetriebe schwere Frostschäden an Obst, Gemüse und Wein zu beklagen hatten, konnte der unerwartete Kälteeinbruch im April dem Getreide nichts anhaben.

„Bis zur Hitzewelle war alles gut“, sagt Franz Utz, Geschäftsbereichsleiter der ZG Raiffeisen Vermarktung. Eine sechs- bis achtwöchige Hitzewelle sorgte dann im wärmsten Juni seit 140 Jahren für einen enormen Abreifeschub, bevor die Körner das in diesem Stadium normale Wachstum erreichen konnten. Auf trockenen Standorten führte dies bereits zu ersten Ertragsausfällen und im Rheintal zu einem ungewöhnlich frühen Erntebeginn.

Früher Erntebeginn

„Der erste Weizen kam schon im Juni, das hatten wir bei der ZG Raiffeisen noch nie“, meint Utz. Dennoch waren die Lager der ZG Raiffeisen für die Getreideernte bestens gerüstet. Inzwischen ist die Getreideernte in Baden zu 95 Prozent eingefahren und wird als befriedigend bis gut beurteilt.

"Die zunächst befürchteten Mengen- und Qualitätsverluste sind beim Getreide weitgehend ausgeblieben", bilanziert Utz. "Der verregnete Juli, der nach der Hitze eine sehr wechselhafte Witterung und übermäßigen Niederschlag mit Hagel brachte, hat in den mittleren und späten Lagen zu Qualitätseinbußen geführt. Rund drei Viertel der Getreideernte sind von guter Qualität.“

In mittleren Lagen trafen die Unwetter nahezu erntereifes Getreide, die Folge sind Schäden durch Hagel, ausgewachsenes Getreide oder Schadpilze. In den höheren Lagen wird bisher nur von vereinzelten Schäden berichtet, bis auf die Gebiete, die unmittelbar von Starkregen und Hagel betroffen waren. Lokal begrenzt können diese Verluste stellenweise bei bis zu 80 Prozent liegen. Insgesamt erwartet Utz, dass der Markt im gewohnten Umfang mit badischer Ernteware versorgt sein wird.

Qualitäten besser als erwartet

Qualitativ ist die Ernte 2017 deutlich gesünder als im Vorjahr, das heißt mit weniger Mykotoxinen belastet, eingebracht worden. Teilweise sind niedrigere Hektoliter-Gewichten bei Weizen festzustellen. Die Druschergebnisse beim Raps liegen bei 3,5 bis 5 Tonnen je Hektar, der Ölgehalt liegt hier bei über 42 Prozent. Die Sommerbraugerste wird unterschiedlich beurteilt, im Hauptanbaugebiet Nordbaden jedoch überwiegend positiv.

Das Monitoring der Getreidebestände ist wie geplant durchgeführt worden. Auffälligkeiten sind bisher nicht zu berichten. Die Starkregenperiode von Ende Juli bis Anfang August hat bei den zuletzt geernteten Getreidebeständen zu leicht erhöhten Mykotoxin-Belastungen und Auswuchs geführt, sagt Utz.

Dauerregen rettet Maisernte und beruhigt Getreidemärkte

Zugleich hat der Dauerniederschlag Ende Juli die Aussichten für die Maisernte 2017 wieder deutlich verbessert, die zuvor durch die extreme Trockenheit im Juni akut bedroht worden war. Für den Maisbestand wäre moderater Niederschlag weiterhin vorteilhaft, damit die Pflanzen ihr volles Wachstum erreichen können. Utz erwartet insgesamt eine gute Körnermaisernte und sehr gute Rohmasseerträge, wovon insbesondere Veredelungsbetriebe und Biogasanlagen profitieren würden.

Das regnerische Wetter im Juli hat auch die Getreidemärkte beruhigt. Während der Hitzeperiode wurde Getreide zu Höchstpreisen gehandelt. Inzwischen haben die Kurse wieder leicht nachgegeben, liegen aber deutlich über den Erntepreisen des Vorjahres.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung.

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