Frostige Früchte? Stimmung beim Sonderkulturforum 2017 besser als erwartet

08.12.2017
Von: Jens Kreutzfeldt

Mit einem neuen Besucherrekord begann das diesjährige Sonderkulturforum: 220 Fachbesucher kamen am 1. Dezember zum Austausch in die Schwarzwaldhalle nach Appenweier. Themen waren vor allem die Folgen des Frost-Rekordjahres 2017 und die ersten Erfahrungen aus der Praxis mit der neuen Düngerverordnung.


Stimmung besser als erwartet: Sonderkulturforum in Appenweier (Fotos: Bernhard Vogt/ZG Raiffeisen)

Stimmung besser als erwartet: Sonderkulturforum in Appenweier (Fotos: Bernhard Vogt/ZG Raiffeisen)

Nach einer harten Saison ist die Stimmung bei den Obstbauern ähnlich wie bei Winzern besser als erwartet, denn die Schäden sind geringer und die Erträge besser als zunächst befürchtet, meint Sonderkulturexpertin Katja Pfeifer von der ZG Raiffeisen, die das Forum moderierte. Es überwiegt die Zuversicht, dass 2018 eigentlich nur besser werden kann. Doch werden die Folgen im kommenden Jahr für die Branche durchaus spürbar sein, wie die Fachorträge zeigten. Erneut hatte Pfeifer für das Forum zahlreiche Experten aus der Branche als Referenten gewinnen können.

Unseren vollständigen Bericht vom Sonderkulturforum in Appenweier mit allen Fotos lesen Sie hier


So hat das Frostjahr maßgeblichen Einfluss auf den Ertrag bei Obstbaumkulturen wie Apfel oder Birne im Folgejahr. Durch den Spätfrost im April haben sich nur sehr viel weniger Blüten normal entwickeln können und eine Alternanz gefördert, die natürliche Schwankung des Fruchtertrages in aufeinanderfolgenden Jahren. Diese könnte 2018 dramatisch ausfallen, mit sehr großen Mengen an sehr kleinen, qualitativ minderwertigen Früchten. Dagegen hilft vor allem der richtige Baumschnitt und das konsequente Ausdünnen während und nach der Blüte.

Schädlinge gab es leider auch ohne Früchte

Da etwa der Großteil der Apfelernte im April erfroren ist, haben viele Betriebe die üblichen  Pflanzenschutzanwendungen reduziert, da kaum mehr Früchte übrig waren, die es zu schützen galt. Die entsprechenden Schädlinge waren aber natürlich dennoch vorhanden und haben sich in dieser Saison relativ ungehindert entwickeln können.

Hier gilt es, im kommenden Jahr konsequent dagegen zu halten. Allerdings sind inzwischen erneut zahlreiche Zulassungen für bewährte Pflanzenschutzmittel im Wein- und Obstbau aufgrund umweltgesetzlicher Regelungen ausgelaufen.

Zwischen Empörung und Erleichterung: Die Düngemittelverordnung

Das zweite große Reizthema, dass die Branche derzeit umtreibt, ist die neue Düngemittelverordnung. Die Stimmung der Fachbesucher schwankte hier zwischen Empörung und Erleichterung. Die konkreten Bestimmungen sind nach Meinung vieler, anders als befürchtet, im Großen und Ganzen auch sehr fachgerecht ausgefallen. Viele empfinden die Umsetzung in der Praxis jedoch als bürokratische Zumutung, vor allem mit einem Wust an Dokumentationspflichten.

„Im Endeffekt können wir den Betrieben nur empfehlen, so sparsam und effizient wie möglich zu düngen“, sagt Pfeifer. Dafür bietet die ZG Raiffeisen seit einigen Jahren individuelle Düngermischungen an, die mittels Bodenprobenanalyse ganz auf den individuellen Nährstoffbedarf der jweiligen Anbaulage abgestimmt werden. So wirde der Boden weniger belastet und der Landwirt zahlt auch nur für das, was er wirklich braucht.

Die zweite Runde folgt im Januar 2018

Wie immer beim Sonderkulturforum können die Vorträge als Fortbildungsveranstaltung für den gesetzlich vorgeschriebenen Sachkundenachweis Pflanzenschutz angerechnet werden. Am 18. Januar 2018 folgt die südliche Ausgabe des Forums in Ebringen. Die Einladungen werden im Dezember verschickt.

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