Die wiederentdeckte Getreideart

Die Renaissance einer gesunden Alternative

Einst eine bedeutende Feldfrucht, stand Dinkel viele Jahre im Schatten seines ertragsstarken "Halbbruders", dem Weichweizen. Doch seit den 1990er Jahren erlebt er ein Comeback ohnegleichen, vor allem bei gesundheitsbewussten Verbrauchern.

Dinkel oder Spelzweizen ist auf dem Feld vom Weichweizen leicht zu unterscheiden: Jeweils zwei bis drei Körner sind beim Dinkel von festen Spelzen umschlossen (sogenannte Veesen). Nach dem Dreschen müssen diese Veesen entfernt werden. Dies geschieht in einem separaten Arbeitsschritt, der bei Weizen nicht notwendig ist.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Dinkel eine bedeutende Feldfrucht in Süddeutschland, die auf flachgründigen Böden und klimatisch rauen Gebieten bessere Erträge erbrachte als Weizen. Mit der Einführung der modernen Landbewirtschaftung und vor allem der Intensivierung der Weizenzüchtung überrundete jedoch der Weizen ertraglich den Dinkel, der immer stärker ins Abseits gedrängt wurde. Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erreichte der Dinkelanbau seinen Tiefpunkt. Nur noch im Bauland, auf der Schwäbischen Alb und in Oberschwaben traf man vereinzelt Dinkelfelder an.

Die Renaissance einer gesunden Alternative

Seit etwa 1990 erlebt der Dinkelanbau jedoch eine regelrechte Renaissance. Ausgehend von den original oberschwäbischen „Seelen“, einem reinen Dinkelgebäck, hielten die verschiedensten Dinkelbrote und -brötchen Einzug in die Bäckereien und erfreuen sich ständig zunehmender Beliebtheit bei den Kunden.

Vor allem gesundheitsbewusste Verbraucher greifen gerne zu Dinkelprodukten, denen ein hoher ernährungsphysiologischer Wert zugeschrieben wird. Außer in Backwaren findet sich Dinkel auch in Teigwaren, Müslimischungen, Snacks und sogar in Bier und Schnaps. Mit der zunehmenden Nachfrage gewinnt der Dinkelanbau vor allem in Baden-Württemberg stetig an Bedeutung.

Dinkel, eine Spezialität der ZG Raiffeisen 

Die ZG Raiffeisen ist in besonderer Weise mit dem Dinkel verbunden. Das Bauland als traditionelle Anbauregion liegt direkt in unserem Arbeitsgebiet. Weiterhin ist die ZG Raiffeisen Sortenschutzinhaberin von verschiedenen Dinkelsorten. Das Spektrum umfasst die Sorte Schwabenkorn als „ursprüngliche“ Dinkelsorte sowie die Sorte Bauländer Spelz (zur Grünkernproduktion). Im Frühjahr 2011 erhielten die beiden Sorten Badenkrone und Badenstern die Zulassung des Bundessortenamts.

Bei der Züchtung der neuen Sorten wurde größter Wert auf den Erhalt der dinkeltypischen Eigenschaften gelegt (wie Ährenform, Pflanzengesundheit, Pflanzenlänge), sodass auch bei den neuen Sorten alle qualitativ positiven Eigenschaften des Dinkels erhalten blieben. Diese Dinkelsorten werden weit über Baden-Württemberg hinaus angebaut und spielen im deutschen Sortenspektrum eine wichtige Rolle.

Die Vermehrung der Dinkelsorten erfolgt bei Saatbau und Vertrieb in Hüfingen (Raum Donaueschingen / Baar) und Oberdielbach (Raum Mosbach / Odenwald). Dort wird das in ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben vermehrte Saatgut gereinigt und amtlich anerkannt. Dadurch kann die ZG Raiffeisen eG den Saatgutkunden hochwertiges zertifiziertes Saatgetreide als den Grundstein eines erfolgreichen Dinkelanbaus liefern.

Viel Erfahrung mit Dinkel

Mittlerweile steht auf vielen Feldern im Arbeitsgebiet der ZG Raiffeisen wieder Dinkel. Um die Landwirte beim Anbau optimal zu beraten, wurden unter Mitwirkung des Produktionsmanagements verschiedene Anbauversuche organisiert.

Mit der Erfassung und Vermarktung des Ernteprodukts hat die ZG Raiffeisen bereits jahrzehntelange Erfahrung. Dank der in- und ausländischen Kontakte zu allen namhaften Getreidehändlern und Verarbeitern gelingt die erfolgreiche Vermarktung dieser speziellen Getreideart.

Mit dem Verkauf von Dinkel und Grünkern, Brotbackmischungen und Müslis in ihren ZG Raiffeisen Märkten schließt die ZG Raiffeisen bei dieser interessanten Fruchtart die Kette von der Pflanzenzüchtung über die Organisation des landwirtschaftlichen Anbau und die Ernteerfassung bis zum Verkauf der verarbeiteten Produkte an den Endverbraucher.

Frucht mit Folgen: Grünkern

Eine besondere Spezialität stellt Grünkern dar. Entstanden ist diese Erzeugungsform vor mehreren hundert Jahren. In klimatisch ungünstigen Gegenden verzögerte sich die Abreife des Dinkels außerordentlich. Um die Ernteverluste zu begrenzen und um die Bestellung der darauffolgenden Frucht nicht zu gefährden, ernteten die Bauern den noch grünen Dinkel unreif und trockneten ihn über einem Holzfeuer. Dies verlieh dem Dinkel ein besonderes Aroma, so dass sich dieses Verfahren seit dieser Notzeit bis heute gehalten hat. Qualitativ hochwertige Ware ist am olivgrünen Farbton und einem würzigen Geruch zu erkennen. Grünkern stellt die Ausgangsbasis für viele Suppen, Eintöpfe und Klöße dar.

Ein Klassiker wird wiederentdeckt
Zuchtgarten 
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Saatgutproduktion 
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Sortenvergleich 
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Feldanbau 
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Dinkelähre 
Dinkelähre
Dinkel-Erfassungsstelle 
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Dinkelkerne 
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Grünkern 
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Dinkelprodukte 
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Grünkerngericht 
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