Der Multikopter geht in die nächste Runde

Der Testphase entwachsen: Der Multikopter im Praxiseinsatz (Fotos: ZG Raiffeisen)

Biologischer Pflanzenschutz aus der Luft

Es geht auch biologisch: Bereits im vergangenen Jahr sorgte der muntere Luftikus für Aufsehen, damals noch im Testbetrieb. Der GPS-gesteuerte Kleinsthubschrauber bekämpft den Maiszünsler per Trichogramma-Abwurf aus der Luft. In diesem Jahr ging der Multikopter dann auf ersten Flächen in Baden den Praxiseinsatz. Am 4. Juli 2014 machten sich Presse und Medien beim Einsatz in Renchen ein Bild von dem Fluggerät.

Entwickelt wurde der Multikopter von Wissenschaftlern der Fachhochschule Bern-Zollikofen in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Genossenschaft fenaco/UFA-Saamen. Nach einem Testbetrieb im vergangenen Jahr ist der biologische Pflanzenschutz aus der Luft in diesem Jahr bei der ZG Raiffeisen im Praxiseinsatz, noch auf begrenzter Fläche. Rund 700  Hektar wurden auf diese Weise mit Trichogramma versorgt. Zum Vergleich: Von Hand wird Trichogramma in Baden-Württemberg in diesem Jahr nach Schätzungen auf rund 13.000 Hektar Anbaufläche ausgebracht. Ab 2015 soll der Multikopter dann  in größerem Maßstab eingesetzt werden. Es wird erwartet, dass sich die Betriebskosten mit steigendem Flächeeinsatz verringern werden. Derzeit sind das 15 Euro pro Hektar. Das Ziel sei dabei vorerst nicht primär, den Zünsler als Art komplett auszurotten, sondern die Schadschwelle für die Landwirtschaft auf einem wirtschaftlich vertretbaren Niveau zu halten. Wenn man Erkenntnisse gewinnen wolle, die einen weiterbringen, müsse man eben auch den Mut haben, Innovationen anzustoßen und darin zu investieren, sagte ZG Raiffeisen-Vorstandsvorsitzender Dr. Ewald Glaser beim anschließenden Pressetermin in Renchen.

"Der Maiszünsler ist deutschlandweit und weltweit der wirtschaftlich bedeutendste Maisschädling", so Glaser. "Auch die Entwicklung von gentechnisch verändertem Maissaatgut geht auf den Zünsler zurück. In Amerika  hoffte man so, den Schädling in den Griff zu bekommen. Wir als ZG Raiffeisen stehen für einen absolut gentechnikfreien Kurs. Trichogramma und Multikopter sind unsere klare Antwort: Wir wollen ohne Gentechnik im Wettbewerb bleiben."

Schneller und schonender

Trichogramma, ein natürlicher Fressfeind des Schädlings, ist seit Jahren ein bewährtes Verfahren im Kampf gegen den Maiszünsler, der Einsatz wird von mehreren Bundesländern im Rahmen von Agrarumweltprogrammen finanziell gefördert. Dank des Trichogramma-Verfahrens kann bei der Schädlingsbekämpfung auf chemische Insektizide verzichtet werden, Nützlinge im Mais werden geschont.

Mit dem Multikopter steht nun eine neue Ausbringungsmethode zur Verfügung, die für Landwirte deutliche Erleichterungen bei der Anwendung bietet. Die Verteilung aus der Luft geht sehr viel schneller und auch kostengünstiger als die mühsame Ausbringung von Hand. Außerdem werden Boden und Ernte geschont, weil der Landwirt nicht mehr mit Spezialtraktoren durchs Maisfeld fahren muss. Die manuelle Ausbringung war zudem zwischen den über zwei Meter hohen Maisstauden nicht ungefährlich.

Nebeneinander statt gegeneinander

Fragen und Diskussion drehten sich neben Einsatzmöglichkeiten und Zukunftspotenzial des Konzeptes auch um das kontroverse Thema Pflanzenschutz. Glaser bekräftige den Anspruch der ZG Raiffeisen, ein gesundes Nebeneinander von biologischer und konventioneller Pflanzenbehandlung zu erreichen. "Wir wollen ein Nebeneinander, kein Gegeneinander", sagte der Vorstandsvorsitzende. Dafür brauche es auch eine weitere Versachlichung der früher oft erhitzten Debatte um das Thema Pflanzenschutz. Dabei müsse man vielleicht auch überkommene Begriffe infragestellen, die in der öffentlichen Wahrnehmung zu Unrecht meist ausschließlich chemisch besetzt und damit negativ konnotiert seien. "Ich würde eher von Phytomedizin sprechen", meinte Glaser.

Service zum Selbstkostenpreis

Die ZG Raiffeisen vermittelt den Multikopter-Einsatz als Service für Mitglieder und Kunden zum Selbstkostenpreis. Sie kümmert sich um die Einholung der Fluggenehmigung, die Eingabe der GPS-Daten und um die Organisation vor Ort. „Baden ist eine große und wichtige Maisregion in Deutschland“, sagte Glaser. „Als Vermarkter von Mais und Partner der Landwirte in der Region sind wir daran interessiert, dass die Erträge stimmen und die Ernten qualitativ hochwertig bleiben. Der Maiszünsler ist für diese Maisregion eine ernste Bedrohung, der wir den Kampf angesagt haben. Je mehr Landwirte Trichogramma einsetzen, desto schwerer hat es der Schädling. Wir gehen davon aus, dass mit dem Multikopter künftig Trichogramma-Schlupfwespen auf größeren Flächen eingesetzt werden.“

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung.

Impressionen vom Multikopter-einsatz vor der Presse
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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