Saatgut im Ackerbau

Die ZG Raiffeisen lässt zahlreiche Sorten aller wichtigen Getreidearten bei fachkundigen und erfahrenen Betrieben vermehren. Unser zertifiziertes Saat- und Pflanzgut überzeugt mit garantierter Sortenreinheit, technischer Reinheit, Keimfähigkeit und hoher Qualität. Wir handeln ausschließlich mit gentechnisch nicht veränderten Sorten. Bei der Auswahl unseres Vermehrungssortiments achten wir neben der Ertragsleistung besonders auf die Gesundheit der Sorten. Für eine sichere Vermarktung der Ernte spielt vor allem eine geringe Anfälligkeit gegenüber Fusarien eine Rolle.

Praxistests bringen uns weiter – und Sie auch

In verschiedenen Feldversuchen vergleicht unser Produktionsmanagement neue Sorten mit dem bewährten Sortiment. Auf Basis dieser aufwendigen Praxistests können Ihnen unsere Berater im Außendienst und in den Niederlassungen die optimale Sorte für Ihre Anbauregion empfehlen. Von unserem Wissen profitieren unsere Kunden bei zahlreichen Veranstaltungen über das ganze Jahr hinweg.

Unsere Getreidearten im Überblick

Die ZG Raiffeisen bietet sowohl für den ökologischen als auch den konventionellen Landbau ein umfassendes Programm an eigenen Dinkelsorten. Als Sorteninhaber führen wir „Ur-Dinkel“-Sorten wie Schwabenkorn und Bauländerspelz. Sie eignen sich gut für den ökologischen Anbau oder für die Grünkernproduktion. Zu den modernen Dinkelsorten der ZG Raiffeisen eG gehören die bewährten Sorten Badenstern und  Badenkrone sowie die neue Badensonne. Sie ist ertragsstark und standfest zugleich.

Unsere Dinkel-Sorten im Überblick:

  • Badenstern: Eine ertragsstarke Sorte, auch für schwächere Standorte geeignet. Auch entspelztes Saatgut erhältlich 
  • Badenkrone: gilt als der Allrounder in Sachen Ertrag und Bestandsführung. Auch entspelztes Saatgut erhältlich
  • Badensonne: Ertragsstark und standfest zugleich.
  • Schwabenkorn: Der "Urdinkel" in unserem Sortiment ist besonders für den ökologischen Anbau geeignet.
  • Bauländer Spelz: Bestens für die die Grünkernproduktion geeignet

Entspelztes Saatgut bietet folgende Vorteile:

  • Eine optimale Bestandserstellung durch die exakte Verteilung der Kornzahl/qm.
  • Entwicklung dichterer Bestände
  • Keine Verstopfung der Sämaschinentechnik.
  • Beizung gegen Weizenzwergsteinbrand

Den überwiegenden Teil des verkauften Saatgetreides lässt die ZG Raiffeisen bei langjährigen Vertragsvermehrern erzeugen. Dadurch bieten wir ein breites Sortenspektrum an, das an die regionalen Bedürfnisse angepasst ist. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir darauf, möglichst fusarientolerante Sorten zu vermehren – dadurch steigt die Produktionssicherheit der Getreideerzeuger. Gesundes Erntegut ist die Grundlage für eine erfolgreiche Getreidevermarktung. Weiterhin bietet die regionale Produktion kurze Lieferwege, dadurch kann zum Bedarfszeitpunkt das Saatgetreide schnell zum Landwirt geliefert werden.

Von uns vertriebene Arten im Überblick:

  • Wintergerste
  • Winterweizen
  • Wintertriticale
  • Hybridroggen
  • Grünschnittroggen
  • Sommergerste
  • Hafer
  • Sommerweizen
  • Durum

Von jeder Art können wir zahlreiche Sorten entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen liefern.

Aus den Ergebnissen unserer regionalen Versuche, den Sorteneinstufungen des Bundessortenamtes und unseren regionalen Erfahrungen stellen wir Ihnen in unseren Niederlassungen je nach Region ein individuelles Empfehlungssortiment für Körnermais, Silomais und Biogasmais passend zusammen.

Mais-Untersaaten 

Seit 2015 schreibt die Europäische Union ökologische Leistungen (Greening) als Grundlage für den Erhalt von Direktzahlungen vor. Grasuntersaaten im Maisanbau bieten eine Möglichkeit, ökologische Leistungen zu erbringen und die Ertragsfähigkeit des Standortes zu verbessern. Untersaaten zur Erfüllung von Greening-Auflagen eignen sich vor allem für Silomais, da nach der Silomaisernte meist noch ausreichend Vegetationszeit für das Wachstum der Gräser im Herbst verbleibt.

Die Vorteile von Mais-Untersaaten sind:

  • Konservierung von Nährstoffen
  • Verbesserter Erosionsschutz
  • Humusanreicherung
  • Steigerung der Tragfähigkeit des Bodens
  • Nutzung der Untersaat ab dem 15. Februar des Folgejahres als Hauptfrucht möglich

Das sollten Sie beim Anbau beachten:

  • Untersaaten als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) seit 1. Januar 2015
  • Es dürfen nur Gräser in Reinsaat oder in Mischungen verwendet werden
  • Der Anbau muss unter einer Hauptkultur erfolgen (zum Beispiel Mais)
  • Die Untersaat muss bis zum 15. Februar des Folgejahres erhalten bleiben
  • Die Untersaat darf bis zu diesem Zeitpunkt nicht energetisch (etwa Biogas) oder für Futterzwecke genutzt werden (Ausnahme: Beweidung mit Schafen und Ziegen)
  • Nach dem 15. Februar ist die Nutzung sowie eine Überführung der Untersaat in eine Hauptfrucht oder Brachebegrünung möglich
  • Grasuntersaaten werden mit dem Faktor 0,3 als ökologische Vorrangfläche anerkannt

Saatraps gibt es als Liniensorten und als Hybridsorten. Die Hybridsorten sind in der Regel den Liniensorten im Ertrag überlegen. Allerdings sind die meisten Liniensorten dagegen etwas robuster.

Der Einsatz von zertifiziertem Pflanzgut gewährleistet Gesundheit und Sortenechtheit. Die ZG Raiffeisen lässt Pflanzkartoffeln bei erfahrenen und zuverlässigen Vermehrungsbetrieben anbauen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit allen namhaften Kartoffelzüchtern und unter strengen Qualitätskontrollen durch die Außenstelle Donaueschingen des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ). Wir bieten ein breites Spektrum von Sorten aller Reifegruppen und Kochtypen, sowohl lose, in Säcken und auch in Big Bags.

Geringer Aufwand, großer Nutzen: So kann die Wirkung von Zwischenfrüchten im Ackerbau beschrieben werden. Ob Erosionsschutz, Nitratbindung, Humusaufbau, Bienenweide, Futtergewinnung, Schädlingsbekämpfung oder Bodenlockerung.

Die Auswahl der geeigneten Zwischenfruchtmischung ist für einen optimalen Nutzen des Zwischenfruchtanbaus von entscheidender Bedeutung. Die verwendeten Mischungskomponenten müssen zum Aussaattermin, der Aussatttechnik und der Fruchtfolge des jeweiligen Betriebs passen. Mit dem Zwischenfruchtanbau kann Stickstoff für die Folgekultur bereitgestellt werden, was Spielräume bei der Düngeverordnung ermöglicht. Hier sind hochwertige Mischungen von Vorteil.

Die ZG Raiffeisen empfiehlt eine individuelle Auswahl, bei der wir unsere Kunden in unseren Agrar-Niederlassungen sehr gerne beraten und unterstützen. Nur so ist es möglich, die zu erfüllenden Greeningvorgaben wirtschaftlich für den eigenen Betrieb zu nutzen. Das ist üblicherweise vor allem dann der Fall, wenn die Zwischenfrucht auch zur Fördermaßnahme FAKT E 1.2 eingesetzt wird.

Für FAKT-geförderte Flächen dürfen nur geprüfte und für das jeweilige Programm zugelassene Saatgutmischungen eingesetzt werden. Diese sind bei der ZG Raiffeisen erhältlich.

Soja ist eine interessante Anbaualternative für alle warmen Körnermaislagen im Südwesten. Angesichts der steigenden Nachfrage nach gentechnikfreien, proteinhaltigen Futtermitteln sowie der ständigen Suche nach Anbaualternativen für Mais hat die ZG Raiffeisen seit einigen Jahren intensiv in den Sojaanbau investiert.

Wir verfügen über eine eigene Saatgutvermehrung auf rund 150 bis 200 Hektar und betreiben eine Soja-Toastanlage in Kehl. So ist sichergestellt, dass die gesamte Prozesskette in einer Hand bleibt, vom Saatgut bis zum fertigen Futtermittel.

Vertragsanbau

Für den Sojaanbau suchen wir ständig Partnerbetriebe für den Vertragsanbau. Wir bieten Ihnen attraktive Anbauverträge über unser Raiffeisen-Kraftfutterwerk in Kehl sowie eine intensive und individuelle Anbauberatung. Sprechen Sie hierzu Ihren Ansprechpartner der ZG Raiffeisen an.

Ackerfuttermischungen bieten gegenüber Reinsaaten verschiedene Vorteile. Neben pflanzenbaulichen Aspekten wie stärkere Humusbildung, Nährstoffmobilisierung, geringere Auswaschung und Unkrautunterdrückung liefern Mischungen qualitativ hochwertiges Grundfutter.

Nähere Informationen zum Thema Ackerfutter und unserem Sortiment entnehmen Sie zum einen unserem „Ackerfutter- und Grünlandratgeber“ sowie der „Empfehlung für die Ansaat von Ackerfutter“ vom Landwirtschaftszentrum Aulendorf.

Saatgutproduktion von Mais & Raps

Die ZG Raiffeisen eG produziert im Maiswerk Heitersheim seit bald 70 Jahren Saatgut der Kulturarten Mais und Raps. Die hohen Anforderungen an Qualität und Ausreife für Maissaatgut lassen die Saatmaisvermehrung in Deutschland nur in den klimatisch begünstigten Anbaugebieten am Oberrhein zu. Bei Raps ist die Frühreife des Gebietes von entscheidendem Vorteil.

Heute liegt die Maisvermehrungsfläche bei über 2500 ha. Das Vermehrungsgebiet reicht im Wesentlichen von Neuenburg im Süden bis nach Breisach-Gündlingen im Norden. Die einzelnen Vermehrungsvorhaben werden fast ausschließlich auf Beregnungsflächen durchgeführt.

Die Organisation der Maisvermehrung und die Betreuung der Vermehrer erfolgt dabei durch das Maiswerk. Weiterhin obliegen die Organisation der Ernte sowie die weitere Verarbeitung mit Trocknung, Reinigung, Kalibrierung, Beizung, Absackung und der Versand des Erntegutes dem Maiswerk Heitersheim.