Das Biogasforum

Was kommt nach dem EEG? Organisator Alex Süß (Foto: ZG Raiffeisen)

Biogasforum 2017: Das goldene Ende wartet - noch

Nach längerer Pause hatte das Biogasforum der ZG Raiffeisen am 26. Januar 2017 wieder zum Austausch nach Kirchen-Hausen geladen. Drei Jahre, zwei Novellen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EGG) und vor allem viel Ungewissheit für die Branche liegen zwischen dem letzten Forum im Jahr 2013 und heute. Doch noch können Biogasproduzenten ihre Anlagen zukunftssicher machen.

Organisator Alexander Süß, Produktionsmanager Nutztier und Biogas bei der ZG Raiffeisen, hatte vier Fachleute für seinen Branchenüberblick gewinnen können. Mit rund 50 Fachbesuchern blieb das Biogasforum weit unter den Besucherzahlen vergangener Foren-Tage. Das Interesse scheint immer mehr zu erlahmen, nachdem die Einspeisevergütungen insbesondere für Solarstrom mit den beiden letzten Novellen des EEG dramatisch zurückgefahren worden sind.

Dabei ist es keineswegs zu spät für Biogasproduzenten, sich über die Zukunft ihrer Anlage nach dem Auslaufen der EEG-Förderung Gedanken zu machen. Mit einer Flexibilisierung der Produktion und Wärmenutzung bieten sich hier noch einige Möglichkeiten.

Das goldene Ende wartet – noch

Um so unverständlicher sei es, dass sich Gesetzgeber und Kommunen bis heute vielfach den Luxus leisteten, die Bioenergie zu fördern, aber dabei die Abwärme meistens vollkommen ungenutzt zu lassen, erklärte Bene Müller vom Energiedienstleister Solarcomplex aus Singen im Eröffnungsvortrag.

Müller rechnete vor, dass allein die Abwärme von allen konventionellen Kraftwerken (Atom und Kohle) und industriellen Anlagen für den Heizbedarf sämtlicher Wohngebäude in ganz Deutschland genügen könnte. Solarcomplex versteht sich als Bürgerunternehmen für erneuerbare Energien und hat sich auf regenerative Energiemixe für die öffentliche Nahversorgung spezialisiert. Es betreibt mehrere Bioenergiedörfer in Baden-Württemberg.

Abwärme bleibt häufig ungenutzt

Zwar sei der Ausbau von Biogasanlagen in Deutschland durch die sinkenden Einspeisevergütungen inzwischen weitgehend zum Stillstand gekommen, eine Trendumkehr sei auch nicht mehr zu erwarten. Doch gerade die Produzenten von Bioenergie könnten und sollten das „goldene Ende“ ihrer Investition nutzen, das Politik und Industrie bei Einführung des EEG versprochen hatten. Als „Alleskönner“ seien Biogasanlagen die ideale Ergänzung zu Wind- und Sonnenenergie, da sie sowohl Grundlast als auch Spitzenlast bedienen können und unabhängig von der tagesaktuellen Witterung sei.

Wer seine Biogasanlage zukunftssicher machen möchte, sollte sich daher unbedingt über eine Flexibilisierung seiner Produktion und eine Wärmenutzung Gedanken machen. Allerdings hapert es hier wie so oft bei den erneuerbaren Energien noch an den richtigen Speicher- und Transporttechnologien, wie Müller einräumen musste: Über Entfernungen von mehr als ein bis zwei Kilometern kann die Abwärme je nach Leistung der Anlage bis heute noch nicht effektiv abgeführt werden.

Zwei Folien in einer

Um Prozessoptimierungen bei der Biogasproduktion ging es im Vortrag vom Biomassespezialisten Benedikt Baackmann von Terravis. Versuche zeigten, so Baackmann, dass der Biogasertrag durch den Einsatz und die richtige Dosierung von hochkonzentrierten Enzymen in Kombination mit Spurenelementen beim Gärvorgang um zehn bis fünfzehn Prozent gesteigert werden könne.

Dabei sollte man auch die passende Abdeckung für die Silage im Auge behalten, riet Johannes Negele vom Fachbereich Spezialprodukte der ZG Raiffeisen in seinem Überblick über aktuelle Trends auf dem Folienmarkt. Ein interessanter Trend sind sogenannte Barrierefolien, die mit einer statt zwei Folienlagen auskommen. Sie verpacken – im Wortsinne – damit zwei Arbeitsschritte in einem und bringen so vor allem Zeitersparnis zum stressigsten Zeitpunkt während der Ernte.

Auch in dieser Saison würden die Preise für den Rohstoff der Folien im Laufe des Jahres anziehen, so Negeles Prognose. Daher lohne es sich wie auch in den vergangenen Jahren, über einen Frühbezug nachzudenken.

Vernetzte Zukunft?

Einen Blick in die vernetzte Zukunft der Landwirtschaft wagte Bernhard Völkl vom Precision Farming-Anbieter Fuse Technologies, der zum AGCO-Konzern gehört. 2020 werde der einzelne Landwirt rund zehnmal mehr Menschen auf der Welt ernähren müssen als noch vor einem halben Jahrhundert. Diesen Ertrag müsse er sich jedoch aus einer deutlich geringeren landwirtschaftlichen Nutzfläche pro Kopf erwirtschaften. Denn die verfügbare Nutzfläche werde sich bis 2050 infolge von Erosion, Versiegelung oder Umnutzung mehr als halbieren.

Diese Herausforderung sei nur mit Hilfe einer Präzisionslandwirtschaft zu schaffen, die nicht mehr in Marken und Einzelprodukten denke, sondern in vernetzten Systemen, die von der Anbauplanung bis hin zur Lagerung der Ernte kommunizieren. Die Planung für die Biogasanlage beginnt in dieser Vision bereits mit der digital geplanten Aussaat für Energiemais.

Als Gesamteindruck vom Biogasforum bleibt damit, dass die zentrale Herausforderung für die Landwirtschaft in der Zukunft vor allem darin liegen wird, die vorhandenen Ressourcen noch optimaler als bisher zu nutzen und letztendlich aus weniger mehr zu machen.

Impressionen vom Biogasforum 2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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