Sonderkulturforum 2012

Sonderkulturforum 2013

Warum sollte es Pflanzen anders gehen als Menschen – auch sie leiden unter jahreszeitlich bedingten Infektionen. Im Januar hatte die ZG Raiffeisen wieder zu ihren traditionellen Sonderkulturforen in Appenweier und Ebringen geladen, auf der die neuesten Tipps und Tricks im Kampf gegen Schaderreger im Wein- und Obstbau diskutiert wurden. Zu schaffen machen der Branche vor allem Rebpilzkrankheiten und Schädlinge wie die Kirschessigfliege.

Den Anfang machte die Vertriebsregion Ortenau am 9. Januar mit dem Sonderkulturforum für Wein- und Obstbau in der Schwarzwaldhalle in Appenweier. Über 40 Firmen waren der Einladung gefolgt und beteiligten sich mit einem Informationsstand auf der ganztägigen Messe. Mit einem Infostand dabei waren außerdem die Vertriebsbereiche Raiffeisen Baucenter AG, die ZG Raiffeisen Technik und ZG Raiffeisen Energie GmbH sowie das Rebenlager Merdingen. Wie in den vergangenen Jahren nahmen zahlreiche Besucher das Angebot zum ausgiebigen Austausch über neue Produkte und Produktionstechniken gern in Anspruch.

Die Folgen des Klimawandels in Wein- und Obstbau

Auch 2013 standen wieder aktuelle Vorträge auf dem Programm. Es eröffnete Dr. Franz Rueß von der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg. Mit seinem übergreifenden Vortrag berichtete er mit beeindruckenden Bildern über die Auswirkungen des Klimawandels im Wein- und Obstbau in Baden Württemberg. Langjährige Wetteraufzeichnungen belegen, dass die Winter wärmer und feuchter sowie die Sommer heißer und trockener geworden sind. Es ist außerdem eine Zunahme von Witterungsextremen wie Hagel, Sturm und Starkregen zu beobachten. Durch die immer früher einsetzende Blüte steige auch das Risiko eines Ernteausfalls durch Spätfröste. Die Obsterzeuger sollten sich dahingehend mit Schutzsystemen wappnen, wie beispielsweise zur Bewässerung gegen Trockenheit und Frost oder Hagelschutznetze gegen schwere Niederschläge.

Gleichzeitig ermögliche die längere Vegetation den Anbau sehr früher oder sehr später Sorten, und auch das Sortenspektrum hin zu wärmeliebenden Arten wachse. Ein klassischer Klimagewinner sei beispielsweise die Edelkastanie, die bisher nur in südlicheren Gebieten gedieh. Der Einsatz von Verfrühungs- und Verspätungstechniken werde als Instrument immer wichtiger und führt zu einer verlängerten Saisonalität verschiedener Obstsorten.

Feuer gegen den Feuerbrand

Dr. Christian Scheer vom Kompetenzzentrum Bavendorf am Bodensee stellte seine Versuchsergebnisse bei der Bekämpfung des Feuerbrands im Kernobst vor. Da es sich bei der Krankheit um eine Bakteriose handelt, hätten diese bisher nur mit einem Antibiotikum behandelt werden können. Dr. Scheer stellte verschiedene Alternativpräparate und deren Wirksamkeit vor und berichtete über deren Vor- und Nachteile. Probleme bereiten zum einen die starke Berostungswirkung auf die Früchte und zum anderen die umständliche Handhabung der Produkte für den Anwender. Abschließend umriss Dr. Scheer seine Vorschläge für eine Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrands für 2013.

Markus Litterst, Berater am Obstgroßmarkt Mittelbaden in Oberkirch, sprach über seine langjährigen Versuche mit verschiedenen Grün-Düngungsvarianten zur Minderung der Bodenmüdigkeit im Erdbeeranbau. Durch den Einsatz diverser Saatgutvarianten beispielsweise lassen sich durch Biofumigation nach dem Umbruch phytosanitäre Wirkungen erzielen und die Bodengesunderhaltung fördern.

Versuchergebnisse im Kampf gegen Pilzinfektionen im Weinbau

Matthias Markolf von der ZG Raiffeisen Agrar-Niederlassung Achern stellte die Ergebnisse des Weinbau-Großversuches von 2012 am Aspichhof in Ottersweier vor. Zur Bekämpfung von Peronospora (falscher Mehltau) und anderer Rebkrankheiten wie Oidium und Boytritis hatte die ZG Raiffeisen eG Karlsruhe im vergangenen Frühjahr in Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG Köln (RWZ) auf dem Aspichhof bei Ottersweier erstmals einen großen Fungizidversuch angelegt. Der Versuch wurde insgesamt an vier Standorten in Deutschland durchgeführt, sodass die Ergebnisse überregional verglichen werden konnten.

Nach dem schlimmen "Peronosporajahr" 2012 ergab sich immerhin ein klares Bild von Wirksamkeit der einzelnen Versuchsvarianten, die sich gegen einen bisher kaum gekannten Infektionsdruck behaupten mussten. Als Fazit hielt Markolf fest, dass ein alleiniger Einsatz von Kontaktmitteln in 2012 sich als nicht ausreichend erwiesen habe. Es habe sich aber gezeigt, dass die Wirkung durch den Zusatz von Phophorischer Säure verbessert werden könne. Die von der ZG Raiffeisen Karlsruhe und RWZ Köln empfohlenen Spritzfolgen hätten sich im Ergebnis sehr gut bewährt und im Vergleich zu anderen Spritzempfehlungen in ihrer Wirkung mit am besten abgeschnitten.

Auch im Jahr 2013 wird die ZG Raiffeisen in Zusammenarbeit mit der RWZ wieder eine Pflanzenschutzempfehlung für den Weinbau herausgeben und die Ergebnisse des Versuches auf dem Aspichhof mit einbinden. Die Versuche auf dem Aspichhof sollen fortgeführt und im August 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Kalk einmal anders

Marc Schmid vom Düngemittelhersteller Montex zeigte in seinem Vortrag, wie Kalk in die Bodenlösung übergehen kann. Anschließend ging er detailliert auf die Vorteile einer Kalkdüngung im Obst- und Weinbau ein. Neben der Verbesserung des PH-Wertes und somit einer besseren Nährstoffverfügbarkeit bringe der Kalkeinsatz ein verbessertes Krümelgefüge. Dieses führe zu einer besseren Durchwurzelung und leichteren Bearbeitung des Bodens. Abschließend stellte Schmid die verschiedenen Möglichkeiten der Kalkdüngung im Obst- und Weinbau vor. Neben verschiedenen granulierten Kalkformen empfahl er den kohlensauren Magnesiumkalk 60/30 erdfeucht, der mithilfe eines  kleinen  Leihstreuers von der ZG Raiffeisen speziell für Obstbau ausgebracht werden kann. Dies sei eine sehr günstige und effektive Möglichkeit, erdfeuchten Kalk im Obstbau anzuwenden.

Die Beeren waren los

Am 15. Januar legte die Vertriebsregion Endingen-Heitersheim nach. Das Sonderkulturforum in Ebringen wurde in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem Beerentag der Arbeitsgemeinschaft der Südbadischen Obsterzeuger veranstaltet, der Obstregion Süd e.V. Vormittags ging es in Fachvorträgen um die neuesten Trends und Herausforderungen beim Anbau von Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren, die allesamt sehr gut besucht waren. Nachmittags folgte das Sonderkulturforum der ZG Raiffeisen mit Schwerpunkt Wein- und Obstbau. Veranstaltungsbegleitend stellten den ganzen Tag über wieder zahlreiche Lieferanten aus der Industrie ihre neuesten Produkte für die Sonderkulturbranche vor.

Die Kirschessigfliege hat es nicht nur auf Kirschen abgesehen 

Auf dem Sonderkulturforum in Ebringen konnten sich die zahlreichen Besucher über den neuen Schädling "Drosophila suzukii", die sogenannte Kirschessigfliege, informieren. Anders als ihr Name vermuten lässt, ist dieser Schädling bei den befallenen Früchten nicht wählerisch und nimmt keineswegs nur Kirschen ins Visier. Sowohl die Perspektive des Wein- und Obstbaus waren vertreten: Über erste Erfahrungen bei der Bekämpfung der Kirschessigfliege berichteten Dr. Michael Breuer vom Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg und Uwe Dederichs, Obstbauberater vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Diese neue Form der Essigfliege sei erstaunlich anpassungsfähig und habe ein sehr breites Nahrungsspektrum. Außerdem könne sie innerhalb sehr kurzer Zeit eine enorme Population aufbauen. Mit entsprechenden Schäden im Obst- und Weinbau sei sowohl  im Profi- als auch im Hobbybereich zu rechnen.

Online-Prognosen für die Pilzbekämpfung mit "Vitimeo"

Zum Thema Peronospora referierte in Ebringen Gottfried Bleyer vom Weinbauinstitut Freiburg. Bleyer sprach über die biologischen Grundlagen von Peronospora und stellte das Online-Prognosemodell „Vitimeo“ des Weinbauinstitutes vor. Mithilfe dieses Modells kann abgelesen werden, wann eine Bekämpfungsmaßnahme vorgenommen werden sollte. Es unterscheidet verschiedene Bedrohungsstufen, je nach Temperatur, Blattnässe, Wetterprognose und Biologie des Pilzes. Dank dieses Modells kann der Pflanzenschutzeinsatz optimiert werden, denn bei der erfolgreichen Bekämpfung ist von entscheidender Bedeutung, dass das richtige Mittel zum optimalen Zeitpunkt ausgebracht wird.

Damit können sich die ZG Raiffeisen Karlsruhe und RWZ Köln in einer der Kernaussagen ihres Weinbau-Großversuches bestätigt sehen. Die Ergebnisse des Versuchs auf dem Aspich hof stellte Matthias Markolf von der ZG Raiffeisen ausführlich vor (siehe oben). Ergänzt wurden seine Erkenntnisse durch den Vortrag seines Kollegen von Patrick Muckensturm über dessen Exaktversuche mit Schwerpunkt Magnesiumversorgung, Traubenlockerung und Botrytisbekämpfung. Die richtige Strategie bei verschiedenen Wetterereignissen wurde vom Auditorium mit großem Interesse diskutiert.

Impressionen vom Sonderkulturforum 2013
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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