Die Beeren sind los: Das Sonderkulturforum

Stimmung besser als erwartet: Sonderkulturforum in Appenweier (Fotos: Bernhard Vogt/ZG Raiffeisen)

Sonderkulturforum 2017: Frostige Früchte?

Mit einem neuen Besucherrekord begann das diesjährige Sonderkulturforum: 220 Fachbesucher kamen am 1. Dezember zum Austausch in die Schwarzwaldhalle nach Appenweier. Themen waren vor allem die Folgen des Frost-Rekordjahres 2017 und die ersten Erfahrungen aus der Praxis mit der neuen Düngerverordnung.

Nach einer harten Saison ist die Stimmung bei den Obstbauern ähnlich wie bei Winzern besser als erwartet, denn die Schäden sind geringer und die Erträge besser als zunächst befürchtet, meint Sonderkulturexpertin Katja Pfeifer von der ZG Raiffeisen, die das Forum moderierte.

Dennoch haben der Spätfrost im Frühjahr, die Dauerhitze im Juni und der verregnete Spätsommer ihre Spuren hinterlassen. Der Zuversicht, dass 2018 eigentlich nur besser werden kann, tat dies beim Forumspublikum zwar keinen Abbruch. Doch werden die Folgen im kommenden Jahr für die Branche durchaus spürbar sein, wie die Fachorträge zeigten. Erneut hatte Pfeifer für das Forum zahlreiche Experten aus der Branche als Referenten gewinnen können.

Alternanz: Rechtzeitig den Schnitt machen

So hat das Frostjahr maßgeblichen Einfluss auf den Ertrag bei Obstbaumkulturen wie Apfel oder Birne im Folgejahr. Durch den Spätfrost im April haben sich nur sehr viel weniger Blüten normal entwickeln können und eine Alternanz gefördert, die natürliche Schwankung des Fruchtertrages in aufeinanderfolgenden Jahren.

Diese könnte 2018 dramatisch zu Ungunsten der Betriebe ausfallen, mit sehr großen Mengen an sehr kleinen, qualitativ minderwertigen Früchten. Dagegen hilft vor allem der richtige Baumschnitt und das konsequente Ausdünnen während und nach der Blüte. Welche Maßnahmen dafür die richtigen sind, wird auch von den konkreten Witterungsbedingungen abhängen.

Schädlinge hatten weniger zu befürchten

Außerdem werden etwa Obstbetriebe, die auf Äpfel spezialisiert sind, 2018 voraussichtlich gleich wieder ein Problem haben: Da der Großteil der Apfelernte im April erfroren ist, haben viele Betriebe die üblichen  Pflanzenschutzanwendungen reduziert, da kaum mehr Früchte übrig waren, die es zu schützen galt. Die entsprechenden Schädlinge waren aber natürlich dennoch vorhanden und haben sich in dieser Saison relativ ungehindert entwickeln können. Hier gilt es, im kommenden Jahr konsequent dagegen zu halten.

Immer weniger Wirkstoffe

Allerdings sind inzwischen erneut zahlreiche Zulassungen für bewährte Pflanzenschutzmittel im Wein- und Obstbau aufgrund umweltgesetzlicher Regelungen ausgelaufen. Für Beunruhigung in der Branche sorgt vor allem der Wegfall des Herbizids „Basta“, dem ein eigener Vortrag beim Forum gewidmet war. In diesem konkreten Fall macht das Auslaufen eines einzigen Wirkstoffes den Einsatz von anderen Mitteln erforderlich und erhöht den Arbeitsaufwand deutlich, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Diese Politik können viele Landwirte nicht verstehen.

Zwischen Empörung und Erleichterung: Die neue Düngemittelverordnung

Das zweite große Reizthema, dass die Branche derzeit umtreibt, ist die neue Düngemittelverordnung. Die Stimmung der Fachbesucher schwankte hier zwischen Empörung und Erleichterung. Allgemein wird durchaus anerkannt, dass die Verordnung Grundwasser und Bodenqualität schützen wird. Die konkreten Bestimmungen sind nach Meinung vieler, anders als befürchtet, im Großen und Ganzen auch sehr fachgerecht ausgefallen. Viele empfinden die Umsetzung in der Praxis jedoch als bürokratische Zumutung, vor allem mit einem Wust an Dokumentationspflichten.

„Im Endeffekt können wir den Betrieben nur empfehlen, so sparsam und effizient wie möglich zu düngen“, sagt Pfeifer. „Doch das haben wir auch schon vor der Reform getan.“ Dafür bietet die ZG Raiffeisen seit einigen Jahren individuelle Düngermischungen an, die mittels Bodenprobenanalyse ganz auf den individuellen Nährstoffbedarf der jweiligen Anbaulage abgestimmt werden. So werde der Boden weniger belastet und der Landwirt zahle auch nur für das, was er wirklich brauche. Auch stabilisierter Dünger und Kalken könnten helfen.

Sonderkulturforum Ebringen folgt am 18. Januar

Wie immer beim Sonderkulturforum können die Vorträge als Fortbildungsveranstaltung für den gesetzlich vorgeschriebenen Sachkundenachweis Pflanzenschutz angerechnet werden. Am 18. Januar 2018 folgt die südliche Ausgabe des Forums in Ebringen. Die Einladungen werden im Dezember verschickt.

Impressionen vom Sonderkulturforum 2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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