Agrartage Rheinhessen 2015

Katja Bohnert überreicht die Weinbauempfehlung 2015 (Foto: ZG Raiffeisen)
Katja Bohnert überreicht die Weinbauempfehlung 2015 (Foto: ZG Raiffeisen)

Wir haben wieder den Plan: Weinbauempfehlung 2015 vorgestellt

Auf den Agrartagen Rheinhessen in Nieder-Olm haben die beiden Hauptgenossenschaften RWZ Rhein-Main eG aus Köln und ZG Raiffeisen eG aus Karlsruhe wieder ihre traditionellen Weinbauempfehlungen für die Winzer in ihren Arbeitsgebieten vorgestellt. Bei den klassischen Rebpilzerkrankungen fiel der Infektionsdruck in der vergangenen Saison eher gering aus. Sorgen bereitet dagegen weiterhin die Kirschessigfliege.

Die Agrartage Rheinhessen im pfälzischen Nieder-Olm sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern haben sich zu einer Leitmesse für Winzer aus ganz Deutschland entwickelt. Geschätzt wird vor allem der Praxisbezug im Vergleich zu anderen Messen. Traditionell war die ZG Raiffeisen wieder mit einem eigenen Stand zu Gast im Messezelt ihrer Schwestergenossenschaft RWZ aus Köln. Gut an kam das neue Standkonzept der RWZ mit einem größeren Messezelt, das dank gläserner Außenwände heller und freundlicher wirkt.

Mit ihren unabhängigen Pflanzenschutzversuchen sind die Weinbauempfehlungen der beiden Hauptgenossenschaften bei den Winzern gefragt. Rund 200 Exemplare gingen in Nieder-Olm allein am ZG Raiffeisen-Stand über die Theke.

Weinbauempfehlung 2015 mit Anwendungskalender für die Weinbausaison in Sachen Pflanzenschutz, Resistenzmanagement und Dokumentation. Den Plan gibt es kostenlos im Posterformat bei Ihrer nächsten ZG Raiffeisen Agrar-Niederlassung. Zu unseren Weinbau-Großversuchen lesen Sie mehr hier

In insgesamt vier gemeinsamen Großversuchen in den bekannten deutschen Weinanbaugebieten Mosel, Rheinhessen, Südpfalz und Baden sammeln die beiden Hauptgenossenschaften Erkenntnisse, die in ihre jährlichen Weinbauempfehlungen an die Winzer in ihren Regionen einfließen. Seit 2012 testet die ZG Raiffeisen auf dem Aspichhof bei Ottersweier Pflanzenschutzmittel gegen die häufigsten Rebpilzerkrankungen Botyitis (Grauschimmelfäule), Oidium (echter Mehltau) und Peronospora (falscher Mehltau).

Die biologische Demo-Parzelle hat sich in der Praxis bewährt

Mit Spannung erwartet wurden vor allem die Erkenntnisse aus der rein biologischen Demo-Parzelle, die 2014 auf dem Aspichhof hinzugekommen ist. Erfreulicherweise konnten die Weinbauberater aus Köln und Karlsruhe 2014 erneut feststellen, dass sie mit ihren Spritzempfehlungen richtig lagen.

„Bei Oidium und Peronospora hatten wir Wirkungsgrade von 97 Prozent“, sagt Katja Bohnert, Produktmanagerin Sonderkulturen bei der ZG Raiffeisen. Allerdings war der Infektionsdruck bei den gewohnten Rebpilzerkrankungen in der vergangenen Saison eher gering. Die größte Sorge der Winzer ist und bleibt derzeit die Kirschessigfliege, die 2014 erstmals auch im Weinbau massiv als Schädling aufgetreten ist.

In der neuen Demo-Parzelle nach ökologischen Richtlinien wurden auf dem Aspichhof an der Rebsorte Weißburgunder auf rund 300 Quadratmetern zusätzlich rein biologische Pflanzenschutzmittel gegen die drei häufigsten Rebpilzerkrankungen getestet. Bisher gab es nur bei dem Boytritis-Versuch in der benachbarten Rieslinganlage fünf biologische Varianten. Ansonsten wurden vor allem Wirkstoffe aus dem konventionellen Pflanzenschutz getestet. Beide Versuchsreihen werden auch 2015 fortgesetzt, die Ergebnisse traditionell auf dem Aspichhoffest im August der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bio-Wirkstoffe müssen den Vergleich nicht scheuen

Die ersten Eindrücke aus der biologischen Parzelle im laufenden Saisonbetrieb waren überaus positiv, was sich nun bestätigt hat: Die getesteten Bio-Wirkstoffe können sich im Vergleich mit den konventionellen Mitteln absolut sehen lassen.

„Die Ergebnisse und die Wirkungsgrade sind vergleichbar“, sagt Katja Bohnert. „Biologischer Pflanzenschutz ist halt immer mit einem gewissen Mehraufwand verbunden. Er bedeutet mehr Handarbeit, mehr Anwendungen, mehr Dokumentation.“ Trotzdem suchten viele Anbieter inzwischen ganz bewusst nach biologischen Lösungen und praktizieren Hybridanbau, wenn es geht, also eine Kombination von konventionellen und biologischen Mitteln.

In diesem Weg sieht auch Katja Bohnert die Zukunft: „Wir testen und empfehlen jedenfalls weiterhin beides.“ Allerdings werde es noch einige Zeit dauern, bis wirklich belastbare Daten aus dem Versuch vorliegen. „Die Bio-Parzelle hat sich in der Praxis bewährt. Jetzt sind wir gespannt auf die Ergebnisse des Langzeitversuches. Immerhin bauen sich solche Rebkrankheiten über Jahre hinweg auf.“

Kein Kraut gewachsen gegen die Kirschessigfliege?

Im Kampf gegen die Kirschessigfliege können die Weinbaurater nun immerhin auf erste Erfahrungen zurückgreifen. Das Problem sei vor allem die explosionsartige Vermehrung des Schädlings, der sich mit dementsprechender Geschwindigkeit in ganz Baden ausbreite. „Die Mittel, die es bisher gegen die Kirschessigfliege gibt, wirken schon – und stammen übrigens auch aus dem biologischen Anbau“, meint Katja Bohnert. „Aber es ist nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt für die Maßnahme zu treffen.“

Jede einzelne Fliege lege rund 200 Eier, aus denen binnen drei Wochen neue Larven schlüpfen, die dann wiederum die gleiche Anzahl an Nachwuchs produzierten. Begünstigt wurde die schnelle Verbreitung des Schädlings, der eigentlich mit Vorliebe rotes Obst befällt, durch einen extremen Witterungsverlauf mit einem milden Winter, einem trockenen Frühling aber vor allem  einem feuchten Herbst.

Keine Entwarnung

Auch wenn die Bedrohung durch Oidium und Peronospora in der vergangenen Saison  geringer ausfiel als befürchtet, sieht Katja Bohnert keinen Anlass zur Entwarnung. Probleme gab es vor allem mit Spätinfektionen im Juli und August, und wenn der Winter so mild bleiben sollte wie im Januar, können Erreger überwintern. Bekannte Gefahrenlagen sollten daher unbedingt frühzeitig auf Befall kontrolliert werden, rät sie.

Impressionen von den Agrartagen Rheinhessen 2015
 
 
 
 
 
 
 
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