Weinbau-Großversuch 2012

Fachbereichsleiter Gerhard Veith erklärt Besuchern die Versuchsanlage (Foto: Ralf Peter)

Empfehlungen aus dem Weinbauspritzplan 2012 bestätigt

Über 300 Winzer und Fachbesucher aus ganz Baden besichtigten die Anlage in Ottersweier am 26. August 2012 im Rahmen des Aspichhoffestes. Mit ihren gemeinsamen Weinbauversuchen setzen die Kölner RWZ Rhein-Mein eG und die Karlsruher ZG Raiffeisen ihre erfolgreiche Kooperation auch im Bereich Pflanzenschutz fort.
Alle Bilder vom Weinbau-Großversuch finden Sie weiter unten auf der Seite.

Pflanzenschutzexperten der ZG Raiffeisen führten den ganzen Tag über mehr als 300 Winzer und Fachbesucher aus ganz Baden durch die Weinbauversuchsanlage. „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen“, sagte Gerhard Veith, Fachbereichsleiter Pflanzenschutz bei der ZG Raiffeisen. „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Besonders freute Veith, dass auch Nicht-Winzer unter den Besuchern waren, die sich als Weinliebhaber oder auch einfach als interessierte Verbraucher die Anlage ansehen wollten. Von den mehreren tausend Besuchern des Hoffestes auf dem Aspichhof nutzten viele die Gelegenheit, sich von Fachleuten durch den Weinberg zu führen zu lassen.

Einzigartiger Versuch in Baden

Unterstützt wurden Veith und seine Mitarbeiter bei ihren Führungen von Josef Augustin, Fachbereichsleiter Weinbau bei der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Mein eG (RWZ), der eigens angereist war. Der Großversuch in der Ortenau wurde im Frühjahr von der ZG Raiffeisen eg in Zusammenarbeit mit der RWZ in der Lage Huber Althof auf dem Gelände der Aspichhof gGmbH in Ottersweier angelegt. In 42 Versuchsvarianten werden dort Pflanzenschutzmittel gegen die Rebkrankheiten Boytritis (Grauschimmelfäule) bei Weißburgunder sowie gegen Oidium (echter Mehltau) und Peronospora (falscher Mehltau) bei Müller-Thurgau getestet.

Es ist der erste Weinbau-Großversuch zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in der Geschichte der Ortenau. Die RWZ hatte die Versuchsreihe bereits in früheren Jahren an Mosel, in Rheinhessen und in der Südpfalz gestartet. Die beiden Raiffeisen-Hauptgenossenschaften, in deren Einzugsgebiet zusammen 80 Prozent der Weinbaufläche Deutschlands liegen, haben mit den vier gleichen Versuchen nun ein geschlossenes Bild von der Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln in den großen Reblagen Deutschlands vorliegen. Damit setzen RWZ Köln und ZG Raiffeisen ihre erfolgreiche Kooperation auch im Bereich Pflanzenschutz fort.

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Spritzempfehlungen der Weinbaupläne voll bestätigt

Mit den Ergebnissen zeigten sich die beiden Projektleiter Augustin und Veith hochzufrieden, auch oder gerade weil 2012 ein extrem schwieriges Jahr für den Weinbau war. Durch das unberechenbare, feuchte Wetter war der Befallsdruck durch Pilzkrankheiten im Weinbau besonders hoch. Für die Winzer war dies wenig erfreulich, für den Versuch jedoch ein Glücksfall: So habe man wenigstens klare Ergebnisse bekommen, welche Mittel besser wirkten als andere. Wichtigstes Ergebnis ist dabei für Augustin und Veith: Die Empfehlungen aus dem Weinbau-Spritzplänen von ZG Raiffeisen und RWZ Köln seien nahezu vollständig bestätigt worden. Die Ergebnisse und die Erfahrungen dieses Jahres werden in die Empfehlungen der Weinbau-Spritzpläne 2013 einfließen. Der Versuch soll in jedem Fall fortgesetzt werden.

„Gemessen an den Infektionszeitpunkten, hätten wir die Spritztermine im Plan kaum besser treffen können“, sagt Veith. So sei der Versuch besonders aussagekräftig, weil die Unterschiede zwischen den behandelten Versuchsreihen und der unbehandelten Kontrollvariante besonders deutlich zutagen träten. Das zeige nur wieder einmal, wie wichtig die Einhaltung der Termine und der richtigen Zeitabstände beim Spritzen seien. Wichtig ist, dass die Mittel jeweils vor dem nächsten Regen ausgebracht werden, weil sie nur bei trockener Pflanze ihre Schutzwirkung entfalten könnten.

Ein weiteres Resultat ist daher eher genereller Natur. Der Anblick, den die sogenannte  Kontrollvariante (dabei wird die Versuchspflanze zur Gegenprobe vollkommen unbehandelt belassen) bei der Begehung bot , kann nur als erschreckend bezeichnet werden: Braune, verwelkte Blätter, verschrumpelte Trauben. Der Pilz hat von den Reben kaum etwas übrig gelassen – ein Totalausfall. Für Augustin und Veith zeigt das ganz klar: „Ohne Pflanzenschutz, in welcher Form auch immer, ist Weinbau unter solchen Bedingungen nicht möglich. Sobald das Wetter nicht mitspielt,“ – und wann tut es das schon?, wirft Veith ein – „geht nichts mehr.“

Unabhängige Weinbauversuche für das ganze Bild

Mit ihren unabhängigen Weinbau-Großversuchen verfolgen die beiden Hauptgenossenschaften aus Karlsruhe und Köln vor allem zwei Ziele. Zum einen soll überprüft werden, wie treffsicher die Empfehlungen für die Gegenmaßnahmen in den Weinbau-Spritzplänen sind, die beide Unternehmen jeweils im Frühjahr herausgeben. Da die Anbaubedingungen (insbesondere das Wetter) in jedem Jahr anders sind, können sich die Experten hier jedesmal von neuem nur auf ihre Erfahrung und auf ihr Gespür verlassen. Garantien gibt es also nicht. Doch mit den Testergebnissen der Versuche lernen sie ständig dazu.

Zum anderen sollen Pflanzenschutzmittel, die derzeit auf dem Markt sind, unabhängig für das Fachpublikum getestet werden. Anders als die Firmenversuche von Pflanzenschutzherstellern erfolgen die Versuche der Genossenschaften neutral und ohne eigene ökonomische Interessen. Zusätzlich werden bei sogenannten Wirkungsversuchen neue Pflanzenschutzmittel getestet, die sich noch in der Entwicklung befinden. So hofft man, für die Zukunft neue Wirkstoffe gegen Rebkrankheiten zu finden. In diesem Wirkversuch wurden Zukunftsmittel der Firmen Belchim und Dow AgroSciences getestet, die das Versuchsprojekt freundlicherweise unterstützt haben.

Besichtigungen sind weiterhin möglich

Die Versuchsreihen werden in jedem Fall bis zur Traubenlese weiter ausgewertet, um Aussagen über die Auswirkungen auf Ertrag und Qualität treffen zu können. Insbesondere bei den Boytritisversuchen ist es außerdem noch zu früh für ein abschließendes Fazit. Die Beschilderung in der Versuchsanlage bleibt noch bis Mitte September installiert. Wer Interesse an weiteren Führungen hat, wende sich bitte an Gerhard Veith oder an die nächste ZG Raiffeisen Agrar-Niederlassung.

Vertreter der amtlichen Weinbauberatung aus ganz Baden-Württemberg sowie von Pflanzenschutzherstellern waren bereits am 22. August durch die Anlage geführt worden. Die Firmenvertreter erhielten dabei Gelegenheit, künftige Mittel vorzustellen, die der zeit zur Zulassung anstehen. Es gab eine lebendige Fachdiskussion über Pflanzenschutzmittel und über deren geeignete Anwendungstermine.

Impressionen vom Weinbau-Grossversuch 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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