Weinbau-Großversuch 2016

Weinbau-Expertin Katja Pfeifer im Austausch mit Winzern (Foto: Ulrike Mayerhofer)

Weinbau-Großversuch 2016: Winzer profitieren von Weinbauversuch

Das nasse und kalte Frühjahr hat immense Auswirkungen auf den Weinbau in diesem Jahr. Fundiertes Wissen und geeignete Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt: Mit dieser Kombination konnten Winzer ihre Reben am wirkungsvollsten gegen Krankheiten und Schädlinge schützen. Gut beraten waren sie erneut von den Anbauexperten der ZG Raiffeisen. Die badische Hauptgenossenschaft präsentierte die Ergebnisse ihres Weinbauversuchs zum nunmehr fünften Mal im Rahmen des Aspichhoffests in Ottersweier.

Auf 1,2 Hektar testet die ZG Raiffeisen an verschiedenen Rebreihen Wirkstoffe gegen die bekanntesten Krankheiten Oidium (echter Mehltau), Botrytis (Grauschimmelfäule) und Peronospora (falscher Mehltau). Zum Einsatz kommen vorwiegend konventionelle Mittel verschiedener Hersteller, darunter auch solche, die noch vor der Zulassung stehen.

"Das macht meine Arbeit hier besonders spannend", erzählt Sonderkulturmanagerin Katja Pfeifer den rund 15 Winzern, die gleich um 11 Uhr die erste Führung durch die Versuchsparzellen wahrnehmen. Den Wirkungsgrad von neuen Mitteln testen zu können, ist vor allem im Zusammenhang mit dem Thema Resistenzen besonders wichtig. "Natürlich verwenden wir Präparate, für die wir eine baldige Zulassung erwarten", erläutert sie weiter. Wird diese dann erteilt, kann die ZG Raiffeisen das Mittel in ihre jährliche Weinbauempfehlung aufnehmen. Der großformatige Faltplan enthält einen Überblick über Präparate, Spritzreihenfolgen und Zeitfenster.

Weinbauern schätzen unabhängige Tests

Die Vielfalt der Versuche und der eingesetzten Mittel ist für Heinrich Henninger das entscheidende Argument, jedes Jahr erneut zur Präsentation ins Mittelbadische zu reisen. Der Winzer aus Königsschaffhausen im Kaiserstuhl ist schon jahrzehntelang im Geschäft, gute und vor allem unabhängige Beratung schätzt er dennoch nach wie vor. "Da vertraue ich der ZG Raiffeisen", sagt er. Matthias Wörther und Gregor Linz aus Altschweier bei Bühl sehen das ähnlich.

Das Interesse an den Führungen in diesem Jahr ist immens. Bis zum späten Nachmittag führen Pfeifer und ihre Kollegen insgesamt 95 Besucher durch die Parzellen, darunter fast ausnahmslos Weinbauern. Ihnen brennt das Thema Peronospora auf den Nägeln. Nachdem in der Hitze und Trockenheit des vergangenen Jahres besonders der echte Mehltau "gedieh", fand der sogenannte falsche Mehltau 2016 mit der anhaltend feuchtkühlen Witterung optimale Bedingungen vor. "Komplett verschont geblieben ist in diesem Jahr wohl kaum ein Winzer", sagt Matthias Markolf, Verkaufsberater in Achern. Er kann Testreihen zeigen, in denen die Krankheit kaum mehr eine Traube übrig gelassen hat.

Weniger Verluste dank hochwertiger Wirkstoffe

"Auf der anderen Seite ist dieses Jahr mit seinen schwierigen Rahmenbedingungen auch beispielhaft dafür, was man mit dem fachgerechten Einsatz hochwertiger Pflanzenschutzmittel erreichen kann", sagt Katja Pfeifer. Wer in die frühen Spritzungen investiert habe, könne jetzt einigermaßen aufatmen.

Besonders hart zu kämpfen haben in diesem Jahr die Biowinzer. An der Versuchsparzelle am Aspichhof bietet sich den Führungsteilnehmern ein trauriges Bild. "Dem massiven Krankheitsdruck war allein mit biologischem Pflanzenschutz nicht beizukommen", berichtet Pfeifers Kollege Bernhard Vogt. Das gilt vor allem für alle Lagen, die sich - wie am Aspichhof - an Steilhängen befinden: "Nach den Regenfällen waren die Böden zum Teil bis zu drei Tage nicht befahrbar", so Vogt: "Das sind im Weinbau Welten." Einzig wo Phosphonat zum Einsatz kam, blieb zumindest ein Restbestand an Trauben unversehrt. Der pflanzeneigene Stoff wurde vor Jahren zuerst im biologischen Anbau eingesetzt, ist momentan aber nur für konventionelle Winzer möglich.

Für den seit drei Jahren durchgeführten Bioversuch am Aspichhof lautet das Zwischenresüme demnach: Unter normalen Witterungsbedingungen lassen sich ordentliche Ergebnisse erzielen, in einem Jahr wie 2016 kann es zu hohen Ausfällen kommen.

Kirschessigfliege wieder auf dem Vormarsch

Auch die Kirschessigfliege ist wieder auf dem Vormarsch. Nachdem die extreme Hitze und Trockenheit des vergangenen Jahres den gefährlichen Schädling in seinem Fortpflanzungsdrang erheblich eingedämmt hatte, fühlt sich dieser aktuell wieder pudelwohl. Einen kleinen Schritt weiter sind Forschung und Industrie laut Pfeifer mittlerweile: "Es sind mehr Mittel zugelassen, aber der ganz große Durchbruch ist das noch nicht. Das Wichtigste ist eine gute Vorbereitung, etwa die Entblätterung der Traubenzone."

Im dritten Jahr in Folge bietet die ZG Raiffeisen im Rahmen ihres Versuchs auch etwas Neues an. Nach der Bioversuchspremiere 2014 und Begrünungstests 2015 wurde aktuell erstmals eine Parzelle zur Blattdüngung eingerichtet. "Das ist insofern etwas Besonderes, da Behörden auf diesem Gebiet keine Prüfungen unternehmen", so Katja Pfeifer. Hier leistet die badische Hauptgenossenschaft für ihre Mitglieder und Kunden sozusagen Pionierarbeit - unter Berücksichtigung ihrer Philosophie beim Thema Pflanzenschutz: Eingesetzt wird, was wirkt, aber zugleich auch verträglich ist für die Pflanzen und die Umwelt. Entscheidend sind dabei die individuellen Voraussetzungen bei der Pflanzenernährung vor Ort und der richtige Zeitpunkt.

Die Versuchsanlage im Weinberg am Aspichhof

Alle Jahre wieder

Großversuch Weinbau-Fungizide der ZG Raiffeisen bei Ottersweier

Gemeinsam mit der Schwestergenossenschaft Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG Köln (RWZ) betreibt die ZG Raiffeisen vier Weinbau-Großversuche in den großen deutschen Weinbaugebieten Baden, Mosel, Rheinhessen und Südpfalz. Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen erlauben vergleichende Auswertungen für rund 80 Prozent der Weinbaufläche in Deutschland und fließen in die alljährlichen Weinbauempfehlungen der beiden ländlichen Hauptgenossenschaften an die Winzer in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet ein.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern testen die beiden Hauptgenossenschaften Pflanzenschutzmittel am Markt unabhängig und nehmen dabei auch Produkte von mehreren Herstellern unter die Lupe. Neue Wirkstoffe, für auf eine Zulassung hinarbeiten, werden im Weinbauversuch mit Unterstützung der Firmen Belchim und Dow AgroSciences getestet.

Die Ergebnisse des Weinbau-Großversuches werden traditionell jedes Jahr im Rahmen des Hoffestes auf dem Aspichhof bei Ottersweier vorgestellt. Bei fachlich begleiteten Führungen durch die Versuchsanlagen können sich Fachbesucher, Journalisten sowie alle interessierten Bürger vor Ort ein Bild von den Versuchen machen und sich über die Ergebnisse informieren.

Impressionen vom Weinbau-Großversuch 2016
 
 
 
 
 
 
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