5. Rinderforum 2012

Wie aus Gras Milch wird - mit Geduld und Fachwissen

Das. 5. Rinderforum 2012 begann mit einem Besucherrekord: Über 200 Landwirte und Fachbesucher aus der Branche kamen in die Donauhallen in Donaueschingen, um sich über das Thema Eutergesundheit in der Milchviehhaltung zu informieren und zu diskutieren. Hier unser Veranstaltungsbericht mit einer Zusammenfassung vom Tage und mit allen Fotos und Fachvorträgen zum Herunterladen.

Mit praxisorientierten Beiträgen von Experten am Puls der Branche hat sich die jährliche Fachtagung des Raiffeisen Kraftfutterwerk Kehl (RKW) und ZG Raiffeisen Technik GmbH rund um die Vierbeiner in den vergangenen Jahren eine wachsende Fangemeinde erarbeitet. Das große Interesse kam nicht von ungefähr, denn immerhin gehören Eutererkrankungen wie Mastitis zu den größten wirtschaftlichen Bedrohungen für Milchviehhalter. Abgesehen von der sinkenden Milchleistung bis hin zum Totalverlust kostet die Behandlung viel Zeit, Geld und Nerven.

Eutergesundheit ist auch ein Wirtschaftsfaktor

In seinem Grußwort zur Eröffnung wies RKW-Geschäftsführer Bernhard Stoll darauf hin, dass rund die Hälfte der Kühe in Deutschland mit Symptomen von Eutererkrankungen zu kämpfen habe. Stoll erinnerte daran, dass dieses Thema nicht einfach nur ein Produktionsproblem sei, sondern auch die Einstellung des Verbrauchers beeinflusse. Stoll nannte die Stichworte Tierwohl, Tiergesundheit und gesunde Lebensmittel.

Im Eröffnungsvortrag rechnete Mathias Harsch vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg  in Aulendorf (LAZBW) vor, welche wirtschaftliche Bedeutung Eutererkrankungen annehmen können. So koste die Behandlung einer klinischen Mastitis im Schnitt über 400 Euro – pro Tier. Die Milchleistung sinke um 30 bis 50 Prozent in jedem befallenen Euterviertel.

Schwarze Kühe, weiße Schafe

Insgesamt kosteten Erkrankungen in Deutschland jährlich zwischen 10 bis 20 Prozent der Milchproduktion im Wert von rund 1 bis 2 Milliarden Euro. So jedenfalls die Schätzung von Dr. Reinhard Tschiskale von der Milchherden-Betreuungs- und Forschungsgesellschaft (MBFG). Tschischkale, der Facharzt für Milchtierhygiene ist und an seinem Institut zytobakteriologische Analysen von Milchproben anbietet, sprach über Maßnahmen zur Verbesserung der Eutergesundheit. Die Infektionsquote mit akuter Mastitis sollte nicht über 12 Prozent pro Jahr liegen und die Abgänge 4 Prozent nicht übersteigen. Zu den größten Herausforderungen bei der Bekämpfung von Eutererkrankungen gehört laut Tschischkale die Eliminierung des Erregers in einem infizierten Bestand. Seine Empfehlung ist so originell wie einfach: Die erkrankten Rinder durch Tests identifizieren und vom gesunden Bestand separieren. Anders als beim sprichwörtlichen schwarzen Schaf seien diese „schwarzen Kühe“ – so genannt nach der Farbmarkierung auf Tschischkales Eutergesundheitsplan – keine Gefahr, sondern eine Chance.

Seminar "Die homöopatische Behandlung beim Rind" Das auf der Tagung angekündigte Grundlagenseminar über Homöopathie in der Milchviehhaltung von Angela Lamminger-Reith findet statt vom 25.-26. Februar 2013 im Hotel Sternen, Ringstraße 1-4, 78187 Geisingen. Kontakt und anmeldung unter 07851/8709 oder info@rkw-kehl.de

Aus Gras wird Milch - bestimmt

Zur kompletten Vorsorge gehört natürlich auch die richtige Fütterung, über die Produktionsmanager Dr. Uwe Kaminski vom RKW Kehl sprach. So hätten Tiere mit Kalziummangel ein um 8-mal höheres Risiko, an Mastitis zu erkranken. Zugleich sinke die Abwehrleistung der Tiere. Genauso bedrohlich wie ein Energie- oder Rohfasermangel (Ketose, Acidose) oder ein Mangel an Vitamin- und Nährstoffmangel wie könne aber auch eine Überversorgung mit anderen Stoffen wie Eiweißen sein.

Der Infektionsdruck steige bei mangelnder Futterhygiene, etwa durch Mykotoxine in verschmutzten und erwärmten Silagen. Kaminski empfahl als Gegenmaßnahme Kräuteressenzen im Futter, die das RKW Kehl seinen Spezialfuttermischungen zugebe. Diese stimulierten die natürlichen Prozesse im Tier wie Appetit, Pansenfermentation und Darmfunktion und würden so über einen verbesserten Leberschutz helfen, die Immunabwehr ohne Chemie zu steigern. Ansonsten empfahl Kaminski vor allem Geduld: „Mit der Zeit wird aus Gras Milch!“

Homöopathie, aber nicht in Dosen

Großes Interesse fand vor allem der Vortrag von Tierheilprakterin und Bäuerin Angela Lamminger-Reith über ein eher ungewöhnliches Thema: Homöopathie für Rinderhalter. Mit einer modernen Naturheilkunde in der Milchviehhaltung bestehe die Hoffnung auf einen natürlichen Ausweg aus dem Teufelskreis der Antibiotikaresistenzen, die für die Tierhaltung immer mehr zum Problem werde und Landwirte wie Verbraucher zunehmend abstoße. Lamminger stellte gleich zu Anfang klar, dass das Problem nicht die Antibiotika an sich seien, sondern vielmehr deren permanenter Einsatz entgegen ihrem eigentlichen Bestimmungszweck, nämlich als ultima ratio gegen lebensbedrohliche Erkrankungen bei Mensch und Tier. Darüber hinaus seien homöopathische Mittel um ein Vielfaches günstiger als schulmedizinische Produkte.

Natürlich gebe es gegen diese naturheilkundlichen Methode immer noch viele Vorurteile, obwohl diese ihren esoterischen Beigeschmack längst verloren habe. „Wasser ist ein hervorragender Informationsspeicher“, sagte Frau Lamminger. „Es transportiert die Informationen aus den Globoli zum Organismus des Tieres. Wir leben doch im Informationszeitalter. Die Daten, die durch ein Glasfaserkabel geschickt werden, kann man doch auch nicht sehen. Trotzdem gibt es immer noch viele Vorbehalte gegen homöopatische Methoden. Das finde ich schwer zu verstehen.“

Interessant war die anschließende Diskussion auch für die Halter von Schafen und Ziegen, auf die sich die Maßnahmen für Rinder ebenfalls anwenden lassen.

Impressionen vom Rinderforum 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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