Lein in der Milchviehfütterung

(Foto: Ralf Peter/RKW Kehl)

Lein in der Milchviehfütterung

Die positiven Effekte von Omega-3-Fettsäuren auf die Gesundheit, Fruchtbarkeit und Leistungsbereitschaft von Milchkühen sind in zahlreichen Studien nachgewiesen. Vor allem Leinprodukte erfreuen sich auf Grund ihres hohen Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren immer größer werdender Beliebtheit in der Milchviehfütterung. Aber Lein ist nicht gleich Lein!

Leinsamen, Leinschrot, Leinöl - alles spitze, oder auch nicht? Zur Unterscheidung: Als Leinsamen (oder auch Leinsaat) werden die Samen des Flachses (Gemeiner Lein, Linum usitatissimum) bezeichnet. Leinsamen enthalten etwa 40 Prozent Fett, das Leinöl. Weitere wichtige Inhaltsstoffe von Leinsamen sind unter anderem Eiweiß und Schleimstoffe. Leinsamen enthalten aber auch Vorstufen der giftigen Blausäure, die jedoch durch Erhitzung zerstört werden kann.

Aus Leinsamen wird, meist im Extraktionsverfahren, das hochwertige Leinöl gewonnen. Es besteht aus bis zu Prozent der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure und weist damit die höchste Konzentration aller bekannten Pflanzenöle auf. Aufgrund dieser hohen Gehalte an Omega-3-Fettsäuren werden Leinöl positive Auswirkungen auf Gesundheit und Fruchtbarkeit zugesprochen.

Lein ist nicht gleich Lein

Nach der Ölgewinnung bleibt das Leinextraktionsschrot als eiweißreiches Futtermittel übrig. Sein Eiweißgehalt entspricht in etwa dem von Rapsextraktionsschrot. Dieses Futtermittel wird gerne in Mischfuttermitteln mit unterschiedlichen Anteilen angeboten.

Allerdings sind beim Einsatz von Leinextraktionsschrot die positiven Effekte eher als gering zu betrachten. Der Fettgehalt im Leinextraktionsschrot liegt meist unter 4 Prozent und wird bei einem Einsatz in einem Mischfutter noch weiter verdünnt. Die positiven Eigenschaften des Leinöls sowie die diätetische Wirkung der Schleimstoffe kommen nur noch in geringem Ausmaß zur Geltung. Zudem werden durch die Extraktion von Leinsaat die im Leinöl enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie die Omega-3-Fettsäure, zerstört.

Extrudation macht das Beste daraus

Die erwünschten Eigenschaften des Leinöls lassen sich vor allem durch die Verwendung von extrudierten Leinsamen generieren. Extrudation ist ein mechanisch-thermisches Aufschlussverfahren, bei dem die in der Leinsaat enthaltenen antinutritiven Stoffe neutralisiert, das in der Leinsaat enthaltene Öl aber für eine maximale Verdaulichkeit freigesetzt und das Protein geschützt werden. Ein solches patentiertes Verfahren steht hinter dem Produkt Extrulin.

Das so hergestellte Extrudat der Leinsaat erreicht eine Fett- und Proteinverdaulichkeit von über 90 Prozent. Auch liegt die Verfügbarkeit der Fettsäuren von Extrulin um das Vierfache höher als bei gemahlener Leinsaat.

Das Wirkungsspektrum

Das Wirkungsspektrum des Extrulin wurde in unterschiedlichsten Untersuchungen nachgewiesen. So konnte gezeigt werden, dass Tiere durch die Zufütterung von Extrulin eine längere und deutlichere Brunst zeigen. Darüber hinaus konnten bei den Tieren stabilere pH-Werte im Pansen, sowie eine Verringerung des Methanausstoßes um 5 bis 6 Prozent gemessen werden.

Auch die Futtereffizienz ließ sich durch den Einsatz von Extrulin um rund 6 Prozent steigern. Kanadische Untersuchungen zeigten, dass durch freie Omega-3-Fettsäuren extrudierter Leinsaat die Stoffwechselsituation besser unterstützt werden konnte als durch geschützte Fette.

Unsere Produkte mit extrudierter Leinsaat

Um die Vorteile der extrudierten Leinsamen auszunutzen und eine angepasste Fütterung von Kühen vor allem in den entscheidenden Tagen vor der Kalbung und den ersten 100 Tagen der Laktation zu gewährleisten, hat das RKW Kehl ein Produktsortiment mit extrudierter Leinsaat entwickelt. Dieses Produktsortiment wird von Kunden sehr geschätzt und auch über den empfohlenen Zeitraum hinaus eingesetzt, um die positiven Effekte der extrudierten Leinsaat zu nutzen.

Als Kernprodukt bietet das RKW Kehl KK Laktosan Pur an. Dieses Futter wird mit 1 kg je Kuh und Tag eingesetzt. Als klassisches 100-Tage-Futter wurde KK Laktosan Pur 224 entwickelt, das mit 2,5 bis 3 kg je Kuh und Tag eingesetzt wird. Und letztlich auch das Laktosan 19 Omega für die komplette Laktation mit Einsatzmengen, die der Leistung entsprechen.

Um die Wirkung dieser Produkte zusätzlich zu unterstützen, enthalten sie ein pflanzliches Extrakt, das die Futteraufnahme durch einen verbesserten Rohfaseraufschluss erhöht, und gleichzeitig die Immunität der Kühe verbessert. Rundum ein natürliches Paket zur Unterstützung der Leistungsbereitschaft und der Gesundheit unserer Hochleistungskühe.

Eine Publikationsliste kann bei den Verfassern angefragt werden.

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