50 Jahre RKW Kehl

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Ein halbes Jahrhundert gewachsen mit der Region

Am 27. Mai 1963 wurde das Raiffeisen Kraftfutterwerk im Kehler Hafen eingeweiht. Seit 50 Jahren produziert das hundertprozentige Tochterunternehmen der heutigen ZG Raiffeisen eG nun Tiernahrung für Nutz- und Kleintiere aus der und für die Region Baden. Aus den ursprünglich geplanten 30.000 Tonnen Mischfutter Jahresproduktion sind in einem halben Jahrhundert weit über 100.000 Tonnen für über 100 Produkte geworden.

Mischfutter war Anfang der 1960er Jahre noch etwas ganz Neues. Mit der zunehmenden Veredelung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen waren in den 1950er Jahren auch die Anforderungen an das Tierfutter gestiegen. Der Bau des Raiffeisen Kraftfutterwerk Kehl war die größte Einzelinvestition in der Geschichte der damaligen Badischen Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft (BLZ).

Mit der Einweihung des RKW Kehl im Mai 1963 begann für die heutige ZG Raiffeisen eine neue Ära. Wie ein Leuchtfeuer ragte das charakteristische Erkennungsmerkmal des neuen Raiffeisen Kraftfutterwerkes in den Himmel über dem Kehler Hafen, der 35 Meter hohe Siloturm. Die ZG Raiffeisen hatte im Sinne des Wortes einen Meilenstein aufgestellt. Das neue RKW Kehl wurde zum weithin sichtbaren Symbol für den Eintritt in eine neue Ära, das Zeitalter der modernen, technisierten Landwirtschaft.

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Die nur 12 cm starken Silowände waren damals bautechnisch ein Wagnis, doch war das Bauwerk damit tatsächlich sprichwörtlich aus einem Guss. Nicht weniger als acht Tage hatte es gedauert, alle Silozellen nahtlos in Gleitschalbauweise zu gießen. 130 Meter lang war die eigens errichteten Kaianlage, an der Ware künftig angenommen oder ausgeliefert werden konnte. Für die landseitige Annahme und Verladung standen Straßen- und Gleisanschluss zur Verfügung. Seeseitig können heute 100 Tonnen Ware in der Stunde umgeschlagen werden, landseitig 200 Tonnen.

Neue Mischtechnik

Doch mindestens ebenso beeindruckend wie die Außenabmessungen war die Technik, die sich in hinter den Silowänden verbarg. Bis zu 1.200 Tonnen Rohware konnten je nach Bedarf in 5 Vorratszellen oder direkt in die 60 Mischzellen fließen. In die Zellen gelangte die Ware über Elevatoren und die sogenannte „Laterne“, die Verteileranlage im 7. Stock. Von dort fiel sie in die Zellen und weiter in automatische Waagen, die die Zutaten in eine Mischcharge mit 3.000 kg Fassungsvermögen dosierten. Mischgenauigkeiten im Verhältnis von bis zu 1:10.000 waren möglich.

Die fertige Mischung wanderte je nach Produkt in die Vermahlungsanlage und von dort in die Futtermittelpresse oder direkt in eine automatische Absackanlage. Abgefüllt wurden anfangs Partien von 5, 25 und 50 Kilogramm, später war auch Loseware möglich. Für die richtige Mischung sorgte ein Steuerpult von der Größe einer Waschmaschine, das damals noch mit Lochkarten gefüttert wurde. Die Lochkarten steuerten Warenfluss und Mischvorgang über die automatischen Waagen.  Die Produktion konnte im Kontrollraum an einer Schalttafel verfolgt werden, die entfernt an eine Verkehrsleitstelle erinnerte. Heute übernimmt ihre Funktion eine computergesteuerte Dosier- und Mischanlage.

Eine neue Ära in der Futtermittelherstellung

Mit der damals erheblichen Summe von rund 5 Millionen DM gehörte das RKW Kehl zu den größten Einzelinvestitionen der ZG Raiffeisen. Diese Investition war die Reaktion auf eine Entwicklung, angesichts derer es sich die Landwirte kaum noch leisten konnten, ihr Futter wie früher selbst herzustellen oder einfach ihr eigenes Getreide zu verfüttern. Immer speziellere Produkte erforderten immer spezielleres Futter, das nun nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hergestellt wurde. Ob Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Eiweiß und Stärke oder veterinärmedizinische Zusätze, die Mischung erfolgte nun nicht mehr nach Hausrezept, sondern wurde maschinell genauestens berechnet und dosiert.

Die Nachfrage steigt und steigt

Um dem veränderten Bedarf zu begegnen, schufen die Raiffeisen-Genossenschaften Anfang der 1950er Jahre den sogenannten Raiffeisen-Kraftfutterring, aus dem später das „Raiffeisen-Ringfutter“ als Dachmarke hervorging. Die BLZ war am Aufbau dieser Strukturen führend beteiligt. Der Erfolg gab dem Projekt Recht, bald machten über 100.000 Tonnen Jahresumsatz in der Futtermittelproduktion auch für die BLZ eine eigene Produktionsstätte dringend erforderlich. Anders war die ständig wachsende Nachfrage kaum zu erfüllen. Rund um die Anbaugebiete und Umschlagplätze am Rhein entstanden daraufhin moderne Raiffeisen Kraftfutterwerke, unter denen sich der Standort Kehl sehen lassen konnte: 25 Futtersorten in Form von insgesamt 75 Produkten für nahezu alle Nutztierarten konnte das neue RKW Kehl nun anbieten.

Partner für die Landwirtschaft: Anbieter und Abnehmer zugleich

Der Standort Kehl war mit Bedacht gewählt worden, lag er doch im Zentrum des Geschehens und war zugleich Verkehrsknotenpunkt der Region. Rohware und Fertigprodukte konnten per LKW, Zug oder Schiff angenommen und ausgeliefert werden. Per Schiff kam Rohware kostengünstig aus den Mühlenzentren und Umschlagplätzen am Rhein, zugleich war die Anbindung an das Überseegeschäft in Rotterdam gesichert. Zudem liegt Kehl nicht nur zentral im Maisanbaugebiet, sondern auch im Verbrauchsgebiet. Das RKW Kehl verstand sich daher nie nur allein als Futtermittelproduzent, sondern auch als Abnehmer für die hiesige Landwirtschaft.

Wachsen mit der Region

Der Neubau von 1963 war an sich bereits ein imposantes Bauwerk. Doch gehörte es von Beginn zu den Markenzeichen des RKW Kehl, dass die Anlage ständig weiter wuchs, um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können. Bereits 1965 erfolgte die erste Erweiterung um ein Mais- und Getreidesilo. 1985 wurde die charakteristische Silhouette des RKW durch ein 70 Meter hohes Rundsilo für aufbereitetes Getreide mit einer Lagerkapazität von 12.500 Tonnen vervollständigt, der den Neubau von 1963 noch ein gutes Stück überragte. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Millionen an Neuinvestitionen in die Anlage geflossen: Silos, Lagerhallen, Trocknungsanlagen, eine vollautomatische Absack- und Pelletieranlage, vier neue Pressen, ein Versandhaus für die effektivere Abfüllung von Loseware. Viele weitere Investionen sind seitdem hinzugekommen, nicht zuletzt großflächig erweiterte Anlagen für die Produktion von Heimtiernahrung.

Neue Ufer

2003 übernahm das RKW Kehl schließlich den gesamten Futtermittelvertrieb der ZG Raiffeisen und produziert heute als Geschäftsbereich Tiernahrung Kraftfutter für Heim- und Nutztiere. Aus den 25.000 Jahrestonnen Mischfutterproduktion von 1963 sind über 100.000 Jahrestonnen geworden, aus 1.200 Tonnen Lagerkapazität 90.000 Tonnen, die Anzahl der Mitarbeiter hat sich mehr als verdoppelt, auf inzwischen über 100. Jährlich werden 130.000 bis 140.000 Tonnen Getreide und Mais vom RKW Kehl erfasst und verarbeitet. 70 Prozent der Ware werden heute fertig pelletiert in vier Stärken ausgeliefert, mit dem neuen Ökofutterwerk seit November 2011 auf Wunsch auch in ökologischer Qualität. Und das RKW Kehl macht das, was es am besten kann: Wachsen mit der Region.

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