Fruchtfolge im Gemüsegarten

Setzlinge
Damit es wächst und gedeiht (Foto Ralf Peter)

Im Winter reiche Ernte planen

Bei vielen Gartenkulturen kommt es für den Ernte-Ertrag auf die Fruchtfolge an. Die richtige Fruchtfolge dient nicht nur der Vorbeugung von Krankheitserregern und Schädlingen im Gemüsegarten sondern wirkt auch der Bodenverdichtung und Gareschwund entgegen. Außerdem ermöglicht sie eine bessere Nährstoffausnutzung und berücksichtigt die Eigenunverträglichkeit mancher Pflanzen. Es lohnt sich, daher bereits im Winter die Gemüsebeete für das kommende Gartenjahr zu planen.

Wer sich komplett mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten versorgen möchte, sollte mit einer Gemüsefläche von etwa 40 Quadratmeter pro Person und ca. 25 Quadratmeter Beerenobstfläche für jede zu versorgende Person planen. Für Wege ist ein Flächenanteil von etwa 20 Prozent bei der Planung einzurechnen. Bei einer teilweisen Selbstversorgung reicht oftmals schon eine Gesamtfläche von 25 bis 30 Quadratmetern aus.

Ohne Recken und Strecken

Um den Garten möglichst rückenschonend bearbeiten zu können, sollten die einzelnen Beete nicht breiter als 1,30 m angelegt werden. Ein durchschnittlich gewachsener Mensch kann bei dieser Breite von beiden Seiten bequem bis zur Mitte des Beetes greifen. Besonders groß oder klein Gewachsene sollten die Breite des Beetes ihrer Körpergröße anpassen. Die für sie richtige Breite finden sie indem sie in die Hocke gehen und dort eine Markierung machen, wo sie mit den Händen bequem den Boden erreichen können. Der doppelte Abstand von den Fußspitzen bis zur Markierung entspricht dann der optimalen Beetbreite.

Auf Schritt und Tritt

Damit man die einzelnen Beete im Garten gut und bequem erreicht, sollten die Hauptwege 50 cm, Zwischenwege mindestens 30 cm breit sein. Außerdem sollten zumindest die Hauptwege mit Pflastersteinen oder Waschbetonplatten befestigt werden, damit man diese leicht mit einer Schubkarre befahren kann. Unbefestigte Zwischenwege werden mit Holzhäcksel oder Rindenmulch bestreut. Sie können so auch bei Regenwetter ohne Gummistiefel betreten werden.

Ein jedes Ding am rechten Ort

Nach Planung und Anlage des Nutzgartens stellt sich für den Hobbygärtner die Frage, was auf den einzelnen Beeten angebaut werden soll. Hier spielen natürlich persönliche Vorlieben sowie der Geschmack der Familie eine entscheidende Rolle. Aber auch Spezialitäten und alte Gemüsesorten wie Auberginen, Fenchel, Mangold, Radicchio,  Pastinaken oder Wurzelpetersilie sollten dabei nicht vergessen werden.

Ist festgelegt, was gesät bzw. gepflanzt wird, werden die Pflanzen in zwei Gruppen eingeteilt: In die erste Gruppe kommen die Hauptkulturen, die am längsten auf dem Beet stehen. Zu ihr zählen unter anderem Kartoffeln, Gurken, Möhren und Zwiebeln. Die zweite Gruppe bilden die Vor- und Nachkulturen mit kurzer Wachstumszeit. Zu ihr gehören Buschbohnen, Winterporree, Feldsalat, Kohlrabi, Spinat und Rettiche.

Nach der Einteilung in Haupt- und Vor- bzw. Nachkultur werden zunächst den Hauptkulturen geeignete Beete zugeordnet. Um einen möglichst hohen Ernteertrag zu erzielen ist hierbei auf eine richtige Fruchtfolge zu achten. Es empfiehlt sich daher, in jedem Jahr genau aufzuschreiben, was in welchem Beet angebaut wurde.

Alles zu seiner Zeit

Da jede Gemüseart einer anderen Nährstoffzusammensetzung bedarf, teilt man sie in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer ein und pflanzt diese nacheinander auf ein und dasselbe Beet. Durch den aufeinander folgenden Anbau von Pflanzen mit sich ergänzendem Nährstoffbedarf wird zum einen gewährleistet, dass dem Boden nicht einseitig Nährstoffe entzogen werden. Zum anderen vermeidet man durch die dreijährige Fruchtfolge, dass der Boden mit Stoffen, die von den Pflanzen ausgeschieden werden, übermäßig angereichert wird.

Nach dem dritten Kulturjahr müssen dem Boden wieder Nährstoffe in Form von Kompost, Gründüngung oder einem anderen organischen Dünger zugeführt werden. Außerdem vertragen Stark- und Mittelzehrer während der Hauptwachstumszeit einen Schluck Pflanzenjauche wie z.B. aus Brennesselbrühe.

Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer
Kohlarten Möhren Bohnen
Kartoffeln Fenchel Erbsen
Lauch Mangold Kräuter
Sellerie Paprika Kresse
Zucchini Zwiebeln Radieschen

Um Erkrankungen und erhöhtem Befall mit Schädlingen vorzubeugen, ist bei der Zuordnung der Beete neben einer durchdachten Fruchtfolge insbesondere auch auf einen möglichst weiten Fruchtwechsel zu achten. Pflanzen der selben Familie dürfen keinesfalls zwei Jahre nacheinander aufs selbe Beet  gepflanzt werden, sondern sollten möglichst erst nach vier Jahren. Ausnahme von dieser Regel bilden lediglich mehrjährige Gemüse- und Obstarten wie Spargel, Beerenobst oder Rhabarber.

Pflanzenfamilie Gemüseart
Kreuzblütler Radies, Rettich, Kohlarten, Merrettich, Senf
Doldenblütler Möhre, Sellerie, Fenchel, Pastinake, Petersilie, Dill
Schmetterlingsblütler Erbse, Bohne
Liliengewächse Zwiebel, Lauch, Schnitt- und Knoblauch, Spargel
Gänsefußgewächse Spinat, Rote Rüben, Mangold
Korbblütler Artischoke, Schwarzwurzel, Salate
Nachtschattengewächse Tomate, Paprika, Aubergine, Kartoffel
Kürbisgewächse Gurke, Kürbis, Melone, Zucchini
Baltriangewächse Feldsalat
Knöterichgewächse Rhabarber
Wasserblattgewächse Phacelia
Gräser Zuckermais, Roggen
Gemeinsam sind wir stark

Im Anschluss an die – etwas aufwändige – Planung der Hauptkulturen werden diese mit geeigneten Vor- oder Nachkulturen kombiniert. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Vor- bzw. Nachkultur hinsichtlich Pflanzenfamilie und Nährstoffbedarf von der Hauptkultur unterscheiden und im Idealfall ergänzen. So ist Spinat zum Beispiel eine gute Vorkultur von Möhren, Buschbohnen hingegen als Nachkultur von Kartoffeln geeignet. Auch Feldsalat und Winterspinat werden oft als Nachkultur von Kohl oder Zwiebeln ausgesät.

Mit doppeltem Boden

Um die im Garten zur Verfügung stehenden Flächen möglichst gut auszunützen, können mitunter auch mehrere Gemüsearten als Mischkultur in einem Beet angebaut werden. Diese hat den Vorteil, dass die sich Pflanzen derselben Art untereinander nicht so viel Konkurrenz machen und die Nährstoffe im Boden besser ausgenutzt werden. Allerdings ist bei der Kombination der in einem Beet angebauten Pflanzen einiges zu beachten. So sollten Mittelzehrer mit Schwach- oder Starkzehrern und tief- mit flachwurzelnden Pflanzen zusammen gepflanzt werden. Auch ist zu beachten, dass sich nicht alle Pflanzen untereinander vertragen. Gute Partner im Beet sind beispielsweise Zwiebeln und Möhren, Feldsalat und Kohlrabi oder Tomaten und Paprika. Manche Gemüsearten beschützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. So hält der Duft von Möhren die Zwiebelfliege fern, während gleichzeitig der Zwiebelgeruch die Möhrenfliege vertreibt.

Damit der Plan aufgeht

Nachdem der Anbauplan steht, empfiehlt es sich, die vorgesehenen Aussaattermine bzw. Pflanztermine in einem Kalender einzutragen und das nötige Saatgut zu kaufen. Beim Kauf des Saatguts sollten solche Sorten bevorzugt werden, die schnell keimen, widerstandsfähig gegen Krankheiten sind und eine gute Qualität erwarten lassen. Zu erkennen sind diese an der Bezeichnung F1-Saatgut.

Bei älterem Saatgut ist es ratsam, zur Sicherheit eine Keimprobe zu machen. Hierzu legt man ein mit Wasser durchtränktes Küchenpapier in eine flache Schale und streut ein paar Probekörner darauf. Anschließend wird die Schale mit Frischhaltefolie abgedeckt und auf die Fensterbank gestellt. Wenn nach einigen Tagen bereits viele Samenkörner gekeimt sind, kann das Saatgut noch verwendet werden. Läuft etwa nur die Hälfte auf, kann das Saatgut zwar noch verwendet werden, muss aber entsprechend dicht ausgesät werden. Tut sich kaum etwas, so ist das Saatgut nicht mehr zu gebrauchen.

Qualitätssaatgut sowie alles, was Sie zur Aussaat und Anzucht von Gemüse im eigenen Garten benötigen, erhalten Sie im ZG Raiffeisen Markt ganz in Ihrer Nähe. Unser qualifiziertes Fachpersonal berät Sie gerne.

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