Kluge Holz-Köpfe sägen sicher

23.03.2012
Von: Jens Kreutzfeldt

Sogar Feuerwehrleute lernen bei ihm: Werner Stiebjahn bildet für die ZG Raiffeisen Technik Holzernter in ganz Baden im Umgang mit der Motorsäge aus. Ob Forstarbeiter, Gärtner oder Hausfrau, ohne den Motorsägen-Grundlehrgang darf niemand dieses ebenso mächtige wie gefährliche Werkzeug führen. Aus gutem Grund.


Hose kaputt, Bein heil: Werner Stiebjahn mit der Schnittschutzhose, die seinen Schüler rettete (Zum Vergrößern ins Bild klicken)

Hose kaputt, Bein heil: Werner Stiebjahn mit der Schnittschutzhose, die seinen Schüler rettete (Zum Vergrößern ins Bild klicken)

„Meine Lehrer nannten das früher ‚Unfall auf Bestellung’“, sagt Werner Stiebjahn. „Wenn man mit dem falschen Material arbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert.“ Werner Stiebjahn ist Forstreferent der ZG Raiffeisen Technik. Seit 2007 arbeitet der gelernte Forstwirtschaftsmeister am ZG Raiffeisen Forsttechnikzentrum Hofstetten als Ausbilder. Mit seinen Motorsägenschulungen bereist er reihum Technik-Niederlassungen in Baden.

Bei ihm erwerben leidenschaftliche Holz-Köpfe aller Art die gesetzlich vorgeschriebenen Berechtigungen für den Betrieb ihrer Motorsägen, vom Forstarbeiter, Holzernter oder Gartenbauer über Feuerwehrleute bis hin zur Hobbygärtnerin. Sein Programm reicht vom einfachen Motorsägen-Grundlehrgang und Auffrischungskursen über den professionellen Holzernte-Grundlehrgang bis hin zum Spezialmodul für Rettungseinsätze der Feuerwehr im Wald. 120 Euro kostet der einfache Motorsägen-Grundlehrgang bei der ZG Raiffeisen Technik. Natürlich gibt es auch andere Anbieter, doch flächendeckend in Baden bietet nur die ZG Raiffeisen Technik die Schulungen an.

Regelmäßig ausgebucht

Zwischen 70 und 90 Schulungen gibt Stiebjahn im Jahr. Bis Ende des Jahres ist er ausgebucht, und seine Kurse sind es regelmäßig nach kurzer Zeit auch. Das hat seinen guten Grund: Der Forstwirt weiß, was er tut, und er sagt, was er denkt. Marken, Firmen oder Preise spielen für ihn keine Rolle.

„Dies ist eine Geräteschulung, keine Werbeveranstaltung“, sagt Stiebjahn. „Niemand muss bei uns kaufen.“ Deshalb legt er auch Wert darauf, dass in den Schulungsunterlagen, die die Teilnehmer nach der Anmeldung zugeschickt bekommen, ganz genau steht, welche Ausrüstung man für den Kurs braucht. So kann sich jeder Teilnehmer beim Fachhändler seines Vertrauens ausrüsten.

Billig-Ausrüstung gefährdet Leib und Leben 

Denn das ist für Stiebjahn eigentlich die wichtigste Regel: Im Fachhandel kaufen. Dort erhält man Ware mit dem FPA-Prüfzeichen vom Forsttechnischen Prüfungsausschuss und mit der richtigen Schnittschutzklasse. Billig-Ausrüstung vom Discounter oder aus dem Internet gefährdet Leben und Gesundheit. So kann man Geld sparen, aber mit Sicherheit an der falschen Stelle. 

Günstige Helme? Gibt es beim Discounter um die Ecke. Aber was tun Sie mit einem Schutzhelm, der so günstig war, aber so schwer ist, dass man in Versuchung gerät, ihn einfach abzunehmen? Schon ist der Kopf ungeschützt. Und wohin mit der Säge, wenn man den Helm in der Hand hat? Undsoweiter.

Die Erfahrung von rund 500 Schulungen

Genau das ist es, was bei den Kursteilnehmern gut ankommt. „Er weiß, wovon er spricht“, meint einer. Gut findet ein anderer, dass man unabhängig beraten wird, welche Ausrüstung Sinn macht, und dass auch auf Arbeiten eingegangen wird, die nicht jeder Holzernter ständig macht, etwa im Nadelholz.   

Über 470 Lehrgänge hat Stiebjahn bereits gegeben. Nur zweimal ist sein Kurs ausgefallen – einmal, weil bei minus 17 Grad Celsius die Geräte streikten, ein anderes Mal, als Orkan „Kyrill“ übers Land tobte. Etwas passiert ist bei seinen Schulungen glücklicherweise noch nie, sagt er. Was allerdings weniger mit Glück als vielmehr mit Umsicht und penibelster Beachtung auch der scheinbar überflüssigsten Sicherheitsvorschriften zu tun haben dürfte. Nur ein einziges Mal war es knapp, als einer seiner Schüler mit der Kette in seine Schutzkleidung geriet. „Eigentlich hat er alles richtig gemacht, so wie wir es geübt haben. Aber dann ist er gestolpert, und schon war’s passiert. Waldböden sind tückisch.“

Hose kaputt, Bein heil

Stiebjahn hält die Überreste der Schnittschutzhose hoch, die seinem Schüler das Bein und vermutlich auch das Leben gerettet haben: Einen blauen Lumpen, aus dem zerfetztes helles Futter herausquillt. Der Anblick verfehlt seine Wirkung nicht, die Schüler schlucken unwillkürlich. Die Schutzhose ist hinüber, doch sie hat ihren Zweck erfüllt. Der Teilnehm kam mit einem Schock und einem Hämatom am Bein davon. So heftig war der Ruck, als die Kette die Schnittschutzhose zeriss.

Denn genau dafür ist das teure Textil entwickelt: Sowie die Schnittschutzhose mit den Sägezähnen in Berührung kommt, lösen sich die speziell gefertigten Fasern in ein Knäuel von Fäden auf, die von der rasenden Kette mitgerissen werden und diese im Nu blockieren. Bei bis zu 225 Umdrehungen des Sägenmotors in der Sekunde der einzige Weg, Schlimmes zu verhindern. Selbst Automotoren kommen gerade mal auf die Hälfte der Umdrehungszahl.

Immer mehr Kursteilnehmer sind weiblich

Immer mehr Interessenten für die Kurse sind weiblich. Frauen sind seine gelehrigsten Schüler, sagt Stiebjahn, die würden immer am besten aufpassen und seien lernwillig und geschickt. Inzwischen denkt die ZG Raiffeisen Technik sogar darüber nach, einen reinen Frauenkurs anzubieten.

Mehr über die Motorsägenschulungen der ZG Raiffeisen erfahren Sie hier. Ihr Ansprechpartner in Ihrer ZG Raiffeisen Technik-Niederlassung berät Sie gern.

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