Getreide-Pressekonferenz 2016: Ertragsrückgänge bei Weizen besonders dramatisch

09.08.2016
Von: Ulrike Mayerhofer

Erneut hat das Wetter tiefe Spuren bei der Ernte hinterlassen. Nachdem die extreme Trockenheit des vergangenen Jahres zu partiellen Totalausfällen bei Mais geführt hatte, traf es 2016 besonders den Weizen. Dessen ungeachtet setzt die badische Hauptgenossenschaft alles daran, ihren Mitgliedern mit ihrem Wissen und ihren Leistungen zur Seite zu stehen.


Wieder kein leichtes Erntejahr: Diesmal hat es vor allem den Weizen getroffen (Foto: Ralf Peter/ZG Raiffeisen)

Wieder kein leichtes Erntejahr: Diesmal hat es vor allem den Weizen getroffen (Foto: Ralf Peter/ZG Raiffeisen)

Die ZG Raiffeisen verzeichnet bei der wichtigsten Getreideart in ihrem Arbeitsgebiet Ertragsrückgänge von bis zu 30 Prozent bei schlechten Qualitäten. Insgesamt wird sie mit voraussichtlich 220.000 Tonnen ein Drittel Getreide weniger erfassen als im Vorjahr. Die langanhaltend kühle Witterung mit übermäßigen Niederschlägen im Frühling und Frühsommer sorgten für schlechte Bedingungen während der Vegetationsphase. Nahezu alle Getreidearten blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.

„Das ist umso enttäuschender, da die Aussaatbedingungen nach dem milden Winter eigentlich sehr gut waren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der ZG Raiffeisen, Dr. Ewald Glaser, bei der traditionellen Getreidepressekonferenz, die in diesem Jahr auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Sänger und Schwarz in Linx stattfand.

Aussichten für Mais derzeit gut

Beim Mais rechnet die ZG Raiffeisen jedoch grundsätzlich mit deutlich besseren Erträgen als im verheerenden Vorjahr. „Wenn die Wetterlage stabil bleibt, erwarten wir ein befriedigend bis gutes Ergebnis, das 30 bis 40 Prozent über dem des Vorjahrs liegen müsste“, so Glaser. „Der Körnermais hat sich nach einem schwachen Start recht gut erholt“, ergänzte Vermarktungschef Franz Utz. Gleiches gelte für Soja.

Preise stark volatil

Grundsätzlich sind die Preise auf den Agrarmärkten weiterhin sehr volatil und tendenziell für die Er-zeuger in Deutschland eher zu niedrig, um kostendeckend wirtschaften zu können. Zwar werden ver-lässliche Zahlen zu den Erntemengen weltweit und in Europa erst im September vorliegen. Die ZG Raiffeisen geht jedoch davon aus, dass mit 2,010 Mrd. Tonnen die vierte Rekordernte in Folge zu erwarten ist.

Hohe Wirksamkeit der Phytomedizin

Die badische Hauptgenossenschaft sieht sich als Partner der Landwirte zurzeit im besonderen Maß in der Pflicht. „Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand“, formulierte es Glaser: „Baden-Württemberg mit seiner kleinteiligen Struktur und zahlreichen Nebenerwerbsbetrieben trifft es noch härter als andere Regionen.“ Die Praxis zeige 2016 erneut deutlich, dass der gezielte Einsatz von Phytomedizin klimatisch bedingte Krankheitsschäden auf den Feldern zumindest eingrenzen kann.

Halbjahresbilanz der Unternehmensgruppe verhalten

Das Wetter trübte auch die Halbjahresbilanz der gesamten ZG Raiffeisen-Gruppe etwas ein. Besonders Märkte, Baucenter und Pflanzliche Produktion hinken den Umsatzerwartungen hinterher, spüren aber seit Juli einen Aufschwung. Gut ins Jahr kamen die ZG Raiffeisen Technik, bei der sich auch erste positive Effekte der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zeigen, sowie die Vermarktung. Das Energiegeschäft leidet weiter unter den extrem niedrigen Ölpreisen.

Unter dem Strich erwarten wir für 2016 zwar einen Umsatzrückgang von 5 bis 6 Prozent“, blickte der Vorstandvorsitzende voraus. Dieser gehe jedoch zur Hälfte auf die Auslagerung des Holz- und Bioenergiegeschäfts an Beteiligungsunternehmen zurück. Glaser rechnet mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau, was die Ausschüttung der Dividende und Warenrückvergütung im bisherigen Umfang gewährleisten würde.

Alle Informationen zur Getreide-Pressekonferenz 2016 entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung.

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