Deutschlandstipendien 2012

Die ersten Deutschland-Stipendiaten der ZG Raiffeisen eG: Andreas Riehle (links) und Julia Doldt

Deutschland sucht den Stipendiaten

Mit dem sogenannten Deutschlandstipendium hat die Bundesregierung 2011 ein nationales Stipendienprogramm geschaffen, mit dem Unternehmen besonders begabte Nachwuchstalente fördern können. Mit dabei sind nun auch die ZG Raiffeisen eG im Verbund mit der Universität Hohenheim und der Hochschule Nürtingen. Im Oktober und November 2012 wurden die ersten Stipendienurkunden verliehen.

Julia Doldt hätte nicht gedacht, dass sie gleich ein Stipendium bekommen würde. Gerade erst hat sie ihr Bachelor-Studium der Agrarwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen (HfWU) aufgenommen und ist schon Deutschlandstipendiatin.

Doch zu verdanken hat sie diesen Erfolg niemand anderem als sich selbst und den Leistungen, die sie mit 20 Jahren bereits vorweisen kann. Gute Noten allein genügen nicht, sondern es ist das Gesamtbild aus beruflicher Leistung, gesellschaftlichem Engagement und sozialer Situation, das bei der Auswahl der Deutschlandstipendiaten zählt.

Auf dem Feld in Malawi

Mit der Landwirtschaft verwurzelt ist Julia Doldt von Kindheit an über den Milchviehbetrieb ihrer Großeltern, ihr Abitur machte sie am landwirtschaftlichen Gymnasium in Ettlingen. Nach dem Studium möchte Julia Doldt am liebsten in einem Betrieb mit Milchwirtschaft oder Rinderhaltung arbeiten. Erfahren hat sie von dem Programm wie viele ihrer Mitstipendiaten über Freunde. Dann hat sie sich einfach beworben.

Zuvor war sie für ein Jahr als Entwicklungshelferin in Malawi mit dem Freiwilligenprogramm „Weltwärts“ der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ). Dort hat sie Jugendliche betreut und ihnen landwirtschaftliche Grundkenntnisse beigebracht. Für ihr Projekt hat sie sogar versucht, Chitumbuka zu lernen, einen regionalen Dialekt, um sich mit den Einheimischen in deren Muttersrpache verständigen zu können.

Dies ist jedoch kaum zu schaffen, sagt sie, weil dieser Dialekt über keine Schriftsprache verfügt, demzufolge gibt es auch keine Lehrbücher oder Lernhilfen. Man kann es nur direkt von den Muttersprachlern lernen. Doch ist sie überzeugt, dass Entwicklungshilfeprojekte nur von den Einheimischen wirklich angenommen werden, wenn die Entwicklungshelfer unter und mit den Menschen vor Ort leben.

Von Ortenberg nach Stockholm und Wien

Ganz ähnlich erging es Mitstipendiat Andreas Riehle: Seine Freundin hat ihm von der Ausschreibung erzählt. Der 25-jährige macht derzeit seinen Abschluss als Bachelor of Science im Fach Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. Sein Spezialgebiet sind die Pflanzenbauwissenschaften. Eine naheliegende Wahl für den gebürtigen Offenburger, dessen Eltern einen Obstbetrieb in Ortenberg bewirtschaften.

Andreas Riehle erlernte nach dem Realschulabschluss zunächst das Handwerk des Weinküfers. Seine Ausbildung bei der Zeller Abtsberg Winzergenossenschaft schloss er 2007 gleich als Landesbester und dazu auch noch als Bundesbester in seinem Fach bei den Industrie- und Handelskammertagen ab. Seine Freizeit gehört neben seiner Familie dem heimatlichen Blasorchester, in dem er Waldhorn spielt, und dem Sportverein in Ortenberg. Vor allem Wandern und Volleyball haben es Riehle angetan.

Zurzeit schreibt Riehle an seiner Bachelorarbeit, in der er die Calciumversorgung bei Äpfeln der Sorte Braeburn untersucht. Nach deren hoffentlich erfolgreichen Abschluss soll es im Januar für ein Semester nach Schweden gehen an die Sveriges Lantbruksuniversitet in Uppsala (SLU).

Im Oktober 2013 möchte Riehle dann gern sein Masterstudium an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) beginnen, wo er seinen Schwerpunkt Obst- und Weinbau weiter vertiefen möchte. Auslandserfahrung hat er bereits 2011 auf einem biologisch wirtschaftendem Obstbaubetrieb im italienischen Terlan gesammelt.

Nationale Talentschmiede

Alles in allem ist es das Gesamtbild aus guten Noten, sozialem Engagement und familiärer Bedürftigkeit, das für die Universitäten bei der Auswahl von Bewerbern wie Julia Doldt und Andreas Riehle zählt. Die Auswahl der Stipendiaten liegt allein in der Hoheit der Universitäten.

Manche der beteiligten Hochschulen stellen den teilnehmenden Firmen dafür auch eine Auswahl aus den Kandidaten zusammen, aus denen die Firmen dann die Nachwuchstalente auswählen konnten, die am besten zu ihren Fördergrundsätzen passen. Julia Doldt hat ihr Stipendium ersteinmal für zwei Semester sicher, Andreas Riehle bis zu seinem Abschluss. Bei entsprechenden Leistungen ist eine Fortsetzung der Förderung möglich.

Die Bundesregierung will mit dem sogenannten „Nationalen Stipendium“ nicht nur besonders begabte Studenten unterstützen, sondern auch Kontakte und Austausch zwischen Nachwuchstalenten und Unternehmen fördern. Kein Wunder also, dass allein an der Universität Hohenheim in diesem Jahr 82 Ausschreibungen für das Deutschlandstipendium zusammenkamen, an der Hochschule Nürtingen waren es 40. Agrarunternehmen aus ganz Deutschland haben sich daran beteiligt, denn das Interesse in der Branche ist groß an besonders qualifziertem Nachwuchs.

Das war auch die Motivation für ZG Raiffeisen-Vorstandsvorsitzenden Dr. Ewald Glaser, an dem Programm teilzunehmen. „Unser Nachwuchs ist unsere Zukunft, und für die Zukunft brauchen wir die besten Mitarbeiter, die wir bekommen können“, sagte Glaser. „Höchste Zeit, denen, die es ganz besonders verdienen, etwas unter die Arme zu greifen.“

Neben der finanziellen Förderung bietet die ZG Raiffeisen den Stipendiaten dafür persönlichen Kontakt und auch fachlichen Austausch an, soweit gewünscht. „Unser Angebot ist absolut unabhängig von dem Stipendium“, erklärt Peter Westhauser, Ausbildungskoordinator beim Geschäftsbereich Pflanzliche Produktion. „Wir bieten die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und zum Austausch, unabhängig davon, welche Laufbahn die Stipendiaten später einschlagen. Erstmal freuen wir uns, wenn wir uns besser kennenlernen und auch voneinander lernen.“

Bildungsbarrieren abbauen

Ausschlaggebend bei der Auswahl der Stipendiaten sind neben den Studienleistungen der Kandidaten auch ihr soziales Engagement sowie soziale Situationen, die die akademischen Chancen der Bewerber auf dem Ausbildungsmarkt eventuell mindern könnten. Genau hier soll das Stipendium helfen. Seine akadademische Ausbildung absolvierte Andreas Riehle wie viele andere junge Menschen, die nicht über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen und auf dem elterlichen Betrieb helfen, auf dem zweiten Bildungsweg.

Die Stipendienrate ist mit 300 Euro monatlich zwar nicht gerade üppig, doch das stört beide nicht, ganz im Gegenteil. Julia Doldt geht es ähnlich: Dank des Dank des Deutschlandsstipendiums kann sie gleichzeitig mit ihrer Zwillingsschwester studieren, denn die Ausbildung von beiden Kindern könnte ihre Familie aus eigener Kraft nicht finanzieren, zumindest nicht gleichzeitig. Beide würden sich wieder bewerben.

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