Deutschlandstipendien 2013

Deutschland hat wieder seine Stipendiaten: Tobias Schmitt aus Hohenheim und Julia Doldt aus Nürtingen mit Rektoren (Fotos: ZG Raiffeisen, Universität Hohenheim)

Deutschlandstipendien 2013: Die Zeichen der Zeit lesen

Seit 2012 unterstützt die ZG Raiffeisen besonders begabte akademische Nachwuchstalente im Rahmen des neuen Deutschlandstipendiums der Bundesregierung. Dabei finanzieren der Staat und förderwillige Unternehmen die Stipendien jeweils zur Hälfte.

Mit Spannung wurde im November wieder die Bekanntgabe der diesjährigen ZG Raiffeisen-Stipendiaten an den Universitäten Hohenheim und Nürtingen-Geislingen erwartet.

An der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen (HFWU) fiel die Wahl erneut auf Julia Doldt aus Eggenstein-Leopoldshafen. Sie studiert dort Agrarwirtschaft mit Abschluss Bachelor im dritten Semester und freut sich auf ihr obligatorisches Praxissemester. Im Frühjahr 2014 geht es für ein halbes Jahr nach Namibia auf einen großen Milchviehbetrieb mit 2.000 Kühen – „Holsteiner“, wie Julia Doldt sagt und selbst noch nicht ganz glauben mag – mit eigener Molkerei und Käserei.

Die 22-jährige möchte geruflich gern etwas in der Tierhaltung machen, wenn es geht Milchvieh. Vor ihrem Studium war sie bereits als Freiwiliige im "Weltwärts"-Programm der Gesellschaft für internationale zusammenarbeit (GiZ) in Malawi tätig und wurde unter anderem für dieses Engagement 2012 zur ersten ZG Raiffeisen-Deutschlandstipendiatin gekürt. Das Stipendium läuft immer über zwei Semester und geht nun für sie in die zweite Runde.

Ob international oder regional, Hauptsache engagiert

Etwas regionaler orientiert ist dagegen ihr Mitstipendiaten Tobias Schmitt, der zum ersten Mal für das Deutschlandstipendium ausgewählt wurde. Der 21-jährige Mosbacher studiert im dritten Semester Agrarwissenschaft mit Abschluss Bachelor an der Universität Hohenheim. Als Schwerpunkt fürs Hauptstudium hat er Technik mit Pflanzenmodulen gewählt, denn sein Interesse gilt vor allem dem Ackerbau. Seine Eltern bewirtschaften 75 Hektar Weizen, Gerste Raps, Mais und Zuckerrüben  im Nebenerwerb in der Nähe von Sinsheim. Tobias Schmitt engagiert sich in der evangelischen Jugendgemeinde in seinem Wohnort Mosbach, wo er in seiner Freizeit eine Jugendgruppe betreut.

Stifter und Stipendiaten kennen sich vorher nicht

Auch die Stifter kennen ihre Stipendiaten vor der Verleihung der Stipendienurkunden nicht, aber das gehört ja auch mit zum Sinn des ganzen Programms: Nachwuchstalente und Unternehmen aus der Wirtschaft zusammenzuführen, die sich sonst vielleicht nie kennenlernen würden. Sie sollen miteinander in Kontakt kommen und Netzwerke für die beiderseitige Weiterentwicklung bilden.

Die Auswahl der Stipendiaten liegt dabei allein in der Hoheit der Universitäten. Manche der beteiligten Hochschulen stellen den teilnehmenden Firmen auch eine Kandidatenauswahl zusammen, aus denen die Firmen dann Nachwuchstalente auswählen können, die am besten zu ihren Fördergrundsätzen passen.

Bei der Auswahl der Stipendiaten spielen im Gegensatz zu den meisten anderen Förderprogrammen nicht allein die Noten eine Rolle, sondern auch und gerade persönliches und gesellschaftliches Engagement sowie die soziale Situation der Bewerber. Das Programm soll ja gerade helfen, finanzielle Barrieren bei der Hochschulausbildung für besonders begabte Bewerber abzubauen.

Die Zeichen der Zeit erkannt

„Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt“, sagte Rektor Professor Dr. Andreas Frey von der HfWU an die Stifter gewandt, bei der Verleihung der Stipendienurkunden am 25. November 2013 in Nürtingen. „Sie unterstützen den Nachwuchs von morgen bei der Entfaltung der eigenen Talente.“ Stipendien seien für die Förderer direkte Investitionen in die akademische Bildung, sagte Frey in seiner Laudatio, während die Stipendiaten im Gegenzug mehr erhielten als nur Geld, nämlich quasi ein Mentorenprogramm von erfahrenen Branchenprofis.

Frey verwies in seiner Laudatio auf die im internationalen Vergleich „unterentwickelte“ Stipendienkultur in Deutschland, die gerade einmal eine Förderquote von 3 Prozent erreiche. Dies stehe im massiven Widerspruch zu den Realitäten der internationalen akademischen Entwicklung: Immer mehr Studierende, gleichzeitig immer weniger Fachkräfte und immer anspruchsvollere Techniken und Dienstleistungen, für die die Wirtschaft immer mehr qualifizierte Hochschulabsolventen suche.

Die Gesellschaft stehe damit vor der Alternative, so Frey, entweder gelebte Solidarität zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Form von Stipendien zu praktizieren, oder aber mittel- bis langfristig ausländische Fachkräfte ins Land zu holen.

Willkommene Entlastung

Die Stipendienraten von 300 Euro monatlich sind nicht eben üppig und damit allenfalls ein Zusatzverdienst. Aber das stört Julia Doldt und Tobias Schmitt nicht. Für beide ist das Stipendium ein wertvoller Zuschuss, um über die Runden zu kommen. Beide haben Geschwister und können mit dem Stipendium ihre Familie entlasten. „Was ich zum Leben brauche, habe ich mit dem Deutschlandstipendium“, meint Schmitt. „Es geht uns ja nicht schlecht. Aber wenn man nicht BAFöG-berechtigt ist, wird es schnell eng bei Familien mit mehreren Kindern.“

Unkompliziert und unbürokratisch

Besonders gefallen am Deutschlandstipendium hat beiden, dass das Verfahren sehr unkompliziert und unbürokratisch gewesen sei. Der bürokratische Aufwand, den anderen Stipendien und Förderprogramme Bewerbern häufig abverlangten, sei mitunter kaum zu erfüllen, meint Julia Doldt.

Nicht immer optimal sei dagegen die Kommunikation über das Programm gewesen, doch das sei inzwischen besser geworden. Die Universität informiere inzwischen alle Studenten regelmäßig über die Ausschreibungen. 2012 hatte Julia Doldt noch durch eine Freundin davon erfahren, ebenso wie Tobias Schmitt.

Die ZG Raiffeisen bietet den Stipendiaten neben der finanziellen Förderung persönlichen Kontakt und auch fachlichen Austausch an, soweit gewünscht. „Unser Angebot ist absolut unabhängig von dem Stipendium“, sagt Angela Ott-Schwaderer, Ausbildungskoordinatorin beim Geschäftsbereich Pflanzliche Produktion.

„Wir bieten die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und zum fachlichen Austausch, unabhängig davon, welche Laufbahn die Stipendiaten später einschlagen. Erstmal freuen wir uns, wenn wir uns besser kennenlernen und auch voneinander lernen.“

Pressekontakt

Ulrike Mayerhofer
Unternehmens-
kommunikation
Tel. 0721 352-1780
E-Mail

Dr. Jens Kreutzfeldt
Unternehmens-
kommunikation
Tel. 0721 352-1885
Mobil 0178 8002080
E-Mail

Aktuelles

Geschäftsbericht für 2017

Jahresabschluss, Lagebericht und Bericht des Aufsichtsrates mehr

Ausbildung und Jobs

Wir säen Zukunft

Ausbildung und Stellenangebote bei der ZG Raiffeisen mehr

Meilensteine

Die ZG Raiffeisen-Zeitmaschine

Reisen Sie durch 100 Jahre Unternehmens- geschichte mit unserem Online-Zeitstrahl mehr

Qualitätssicherung

Unser Qualitäts- management

Alle Zertifikate und Gütesiegel finden Sie hier mehr

Mitgliederwesen

Alle Informationen für unsere Mitglieder

und für alle, die es werden wollen mehr

Verbandswesen
Standortfinder
Standortfinder Thumbnail

Ihre Niederlassung in Ihrer Nähe

Hier finden Sie Ihren ZG Raiffeisen-Partner in Ihrer Nähe. mehr

Kalender
[Previous Month]   [Next Month]
März 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
25
26
27
01
02
03
05
06
08
11
12
14
15
18
19
21
22
23
24
29
30
31