Landwirtschaftlicher Innovationspreis 2013

Da ist Musik drin: Innovationen begleiten gesellschaftlichen Wandel (Fotos: Ralf Peter)

LUI 2013: „Die Innovationen gehen uns nicht aus“

Bereits zum 17. Mal stellten Vertreter der Landwirtschaft die Innovationskraft der Branche unter Beweis. Am 25. November 2013 wurden die diesjährigen Preisträger des Landwirtschaftspreises für Unternehmerische Innovationen, kurz: L.U.I, in der Schwäbischen Bauernschule in Bad Waldsee ausgezeichnet.

„Innovationen entstehen aus Engpässen“, sagte Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen, Sponsor und Initiator des L.U.I. Wo sich die Natur über die Evolution veränderten Bedingungen anpasse, brauche die (Land)Wirtschaft Innovationen, um zu bestehen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Landwirtschaft passende Antworten auf die neuen Herausforderungen in der Gesellschaft – wie Fachkräftemangel und zunehmende psychische Belastung – findet: „Die Innovationen gehen uns nicht aus.“

Alle Fotos von der Veranstaltung und die Preise finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Dass die besten und tragfähigsten Innovationen aus der Praxis entstehen, darin waren sich alle Anwesenden einig. Laudator des Abends, Christoph Rubin von der Rubin Mühle GmbH, machte dies an der inzwischen 330-jährigen Geschichte des Familienunternehmens deutlich. Nach dem zweiten Weltkrieg seien 100 Prozent der produzierten Haferflocken in Lebensmittel geflossen. Einige Jahre später war dieser Markt gesättigt. Gemeinsam mit der ZG Raiffeisen sei man dann auf Hundefutter umgestiegen. „Dazu brauchte es Mut und innovatives Handeln“, so Rubin. Die Rubin Mühle hat sich immer wieder den wechselnden Trends in der Gesellschaft angepasst. Inzwischen, mit einer Rückbesinnung auf gesunde Ernährung, fließen die Haferflocken wieder in Nahrungsmittel, genauer: in Müsli. 

Ernst Riedel von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau brachte es auf folgende Formel: „Die besten Innovationen entstehen, wenn ganz normale Leute bei der täglichen Arbeit nachdenken.“ Und wie viele gute Ideen in der Landwirtschaft dabei herauskommen, haben die vielen ausgezeichneten Projekte der vergangenen 17 Jahre gezeigt. Der Landtagsabgeordnete Paul Locherer betonte, dass Landwirte echte Multitalente sein müssten. Sie seien nicht nur Profis im Umgang mit der Natur und in der Tierhaltung, sie müssten auch technisch versiert und betriebswirtschaftlich ausgebildet sein, um ihren Betrieb rentabel zu führen. Die diesjährigen Preisträger sind solch innovative Multitalente.

Weitere Informationen
Die ausgezeichneten Projekte
1. Preis: Gretzmeier´s Vakuum-Solar-Brennerei

Brennen mit Solarkraft Der Winzer Heinrich Gretzmeier hat mit der Entwicklung seiner Vakuum-Solar-Brennerei ein neues Brennkonzept entwickelt, das ressourcenschonend und betriebsökonomisch zugleich ist. Bei der Erzeugung von Destillaten muss der Brennkessel in kurzer Zeit auf eine hohe Temperatur gebracht werden. Durch die Erzeugung eines geschlossenen Vakuum-Kreislaufs beim Brennvorgang kann die Siedetemperatur des Alkohols von 78°C auf ca. 35°C heruntersetzt werden. Dadurch kommen die im Betrieb bereits vorhandenen Solarkollektoren als Energielieferant in Frage. Gleichzeitig bedeutet eine Destillation bei niedriger Temperatur eine intensivere Aromenausprägung. Die Verringerung des CO2-Ausstoßes sowie der Energiekosten sind ein wesentlicher Vorteil für den Betrieb, der mit der in 2013 in Betrieb genommenen Anlage eine Kapazität von 870l pro Tag weitestgehend automatisiert destilliert. Nach eigenen Angaben ist die Solar-Brennerei die erste Anlage ihrer Art in Deutschland. Entwickelt wurde die Technik und das Brenngeschirr von Heinrich Gretzmeier, der die handwerklichen Arbeiten nach seinen Vorgaben durch die Firma Lips in Gottenheim ausführen ließ.

2. Preis: Schutznetze für Jungreben

Da wächst die Rebe gleich mit Der Markgräfler Winzer Norbert Längin hat ein spezielles Schutznetz für niedrigstämmige Jungreben entwickelt, das von der Pflanzung bis zum 3. Standjahr durchgängig an der Rebe belassen werden kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Schutznetzen ist dieses Netz mit einer Länge von 90 Zentimetern zum einen wesentlich höher und bietet so einen guten Schutz gegen Wildverbiss und Hagelschlag. Gleichzeitig entfällt das zeit- und somit kostenintensive Anbinden von Jungreben im ersten Jahr, da die Rebe durch die Höhe des Netzes automatisch nach oben geführt wird, wie in einem Rohr. Weiterhin hat das von Längin entwickelte Schutznetz eine unterschiedliche Netzstruktur. Die untersten 15cm des Netzes am Boden sind geschlossen, sodass eine Unkrautspritzung problemlos möglich ist. Ein weitmaschigeres Netz in der Höhe von 15 bis 90 Zentimetern ermöglich wiederum einen ungehinderten Pflanzenschutz und eine ausreichende Durchlüftung. Neu an diesem Schutznetz ist auch die Technik mit Klettverschluss. Das Netz kann durch einen durchgängig angebrachten Klettverschluss einfach angebracht und ebenso wieder entfernt werden. Eine mehrmalige Benutzung wird dadurch ermöglicht. Nach eigenen Angaben soll dieses Schutznetz in Zusammenarbeit mit einem Händler produziert werden und in absehbarer Zeit auf dem Markt sein.

3. Preis: INDEE-Projekt

Einmal düngen genügt Mit einer speziellen Technik der Stickstoff-Depot-Düngung hat sich Anne-Kathrin Köbele vom Kaiserstuhl durch ihre Bachelorarbeit im Rahmen ihres Agrarwirtschaftsstudiums beschäftigt. Zusammen mit dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Abteilung Landwirtschaft, hat sie ein innovatives Injektionsgerät im Rahmen des INDEE-Projektes (Injektion von N-Düngern in Depotform für mehr Effizienz und geringere Emissionen in der Umwelt) entwickelt. Durch die INDEE-Technik, bei der ein Düngeschlauch in 18 Zentimeter Tiefe gelegt wird, soll eine einmalige Stickstoffdüngung zum Vegetationsbeginn von Mais möglich sein. Während der Saat wird mit einem von ihr entwickelten Schar der Dünger schnurförmig auf 18 Zentimeter Tiefe abgelegt und der Spalt entsprechend mit dem Gerät geschlossen. Der eingesetzte Prototyp soll mit der Firma Cult-Technik in Freiburg zu einem serienreifen Präzisionsinjektionsgerät für feste Dünger weiterentwickelt werden. Durch die verlustmindernde Stickstoff-Düngung wird gleichzeitig das Grundwasser geschont, es werden weitere Überfahrten eingespart und geringere Stickstoffmengen von etwa 20 Prozent gegenüber einer konventionellen Düngung benötigt.

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