Messen und Events

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser beim Zukunftsforum in Stuttgart (Foto: BWGV)

200 Jahre Raiffeisen: Wie aus der Not eine Tugend wurde

Am 30. März 2018 wäre Friedrich Wilhelm Raiffeisen 200 Jahre alt geworden. Im Jubiläumsjahr wird der legendäre deutsche Sozialreformer mit zahlreichen Veranstaltungen als Vordenker und Wegbereiter der internationalen Genossenschaftsbewegung gewürdigt. Bis heute tragen viele ländliche Genossenschaften seinen Namen.

Als bisher einziges Bundesland hat Baden-Württemberg das Raiffeisen-Jahr 2018 sogar mit einer eigenen Jubiläumsdebatte am 1. Februar im Stuttgarter Landtag gewürdigt. Mit rund 3,9 Millionen Genossenschaftsmitgliedern, der höchsten Mitgliederdichte in Deutschland, versteht sich Baden-Württember gern als „Land der Genossenschaften“.

Am 5. März 2018 diskutierten dann rund 260 Gäste in Anwesenheit von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beim Zukunftsforum des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (BWGV) in Stuttgart über die Rolle von Genossenschaften in der heutigen Zeit. Gekommen waren Fachbesucher aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sowie zahlreiche Vertreter von Genossenschaften aus allen Sparten, einschließlich der ZG Raiffeisen.

Die Dinge selbst in die Hand nehmen

Kretschmann würdigte Friedrich Wilhelm Raiffeisen als einen von vielen wichtigen Vordenkern, der einer guten Grundidee in schwierigen Zeiten des Umbruchs eine neue Form gegeben habe. Diese Idee sei im Prinzip ganz einfach: Nämlich sich zusammenzutun und mit vereinten Kräften eine Sache selbst in die Hand zu nehmen. „Not macht erfinderisch“, sagte Kretschmann. „Friedrich Wilhelm Raiffeisen und viele andere Vordenker haben aus der Not eine Tugend gemacht.“

Das Ergebnis sei eine unschlagbare Kombination von sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Vernunft. Damals wie heute böten Genossenschaften gerade in Zeiten des Umbruchs Antworten, um den jeweiligen Herausforderungen der Gegenwart "solidarisch und selbstbestimmt" zu begegnen. Denn dies seien alles „Antworten, bei denen nicht das Ich im Vordergrund steht, sondern das Wir.“

Zukunftskapital Vertrauen

Kretschmann erinnerte daran, dass die genossenschaftlichen Banken nicht zu den Verursachern der großen Finanzkrise von 2008 gehörten, sondern vielmehr ein Anker der Stabilität in der Krise gewesen seien. Der Grund dafür sei das genossenschaftliche Prinzip der demokratischen Selbstbestimmung und der Mitgliederförderung. Nicht kurzfristiger Gewinn, sondern gemeinsamer Mehrwert auf lange Sicht stehe dabei im Zentrum. Deshalb würden die Menschen Genossenschaften mehr vertrauen als anderen Unternehmensformen.

Anschließend diskutierten die Besucher in drei Fachforen zu den Themen Banken, Landwirtschaft und Wirtschaft weiter. Im Zukunftsforum Landwirtschaft waren für die Schwerpunktthemen Milchwirtschaft, Strukturwandel, Nachwuchs und Forst jeweils ein Vertreter aus der genossenschaftlichen Praxis geladen. Im lockeren Zukunftsdialog diskutierten diese mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) und Verbandsdirektor Ansgar Horsthemke vom BWGV über Zukunftsfragen der ländlichen Genossenschaften.

Raiffeisen-Jahr 2018

Das offizielle Programm der Raiffeisen-Organisationen für das Jubiläumsjahr finden Sie hier

Hintergrund: Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888)

Friedrich Wilhelm Raiffeisen gehörte zu den wichtigsten Wegbereitern der Genossenschaftsidee im ländlichen Sektor. Der am 30. März 1818 im westfälischen Hamm geborene und strenggläubig erzogene Sohn eines Landwirts sah seine Aufgabe in der Sozialfürsorge für eine verarmte Landbevölkerung im Namen christlicher Nächstenliebe. Anfangs ähnelten die Raiffeisen-Organisationen daher eher Wohltätigkeitsvereinen als Genossenschaften im heutigen Sinne.

Anders als seine bekannten Zeitgenossen Hermann Schulze-Delitzsch und Wilhelm Haas, mit denen er Zeit seines Lebens in einem „Systemstreit“ über die geeignete Organisationsform für Genossenschaften lag, war Raiffeisen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern aufgewachsen.

Er kannte die dörflich geprägte Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts daher aus eigener Erfahrung und sah sie eher als solidarische Lebensgemeinschaft und weniger als juristische Unternehmensform. Die Idee der landwirtschaftlichen Universalgenossenschaft mit gemeinsamem Bankgeschäft, Betriebsmittelbezug und Warenabsatz, wie sie über viele Jahrzehnte im ländlichen Raum dominierte, wird bis heute mit seinem Namen verbunden.

Heute sind weltweit über eine Milliarde Menschen Mitglieder in Organisationen, die unter anderen auf Raiffeisens Ideen zurückgehen und häufig auch sogar noch seinen Namen tragen, so wie rund 1.700 Straßen und öffentliche Plätze in Deutschland.

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