Generalversammlung 2013

Aufsichtsratsvorsitzender Karl Rombach eröffnet die 102. Generalversammlung der ZG Raiffeisen (Foto: Stefano Colli)

Wer weit kommen möchte, geht gemeinsam

Am 21. Juni 2013 hatte die ZG Raiffeisen eG zu ihrer 102. Mitgliederversammlung ins Kongresszentrum in Baden-Baden geladen. Rund 450 Mitglieder und Gäste blickten bei bestem Sommerwetter auf ein turbulentes Geschäftsjahr 2012 zurück und konnten dabei auch neue Gesichter der Genossenschaft kennenlernen.

Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner dankte in seinem Grußwort dem „Wettergott“ für ein Einsehen, nachdem in der Nacht zuvor wie in anderen Regionen Deutschlands auch orkanartige Unwetter über das Rebland hinweggezogen waren. Den landwirtschaftlichen Genossenschaften dankte Gerstner für ihren Beitrag zum Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft, die es rund um die Kurstadt zu erleben gebe.

Ähnlich äußerte sich Vizepräsident Gerhard Glaser vom Landesbauernverband Baden-Württemberg. In seinem Grußwort bezeichnete Glaser die genossenschaftlich organisierten Landwirte als "unternehmerische Idealisten und fanatische Natur- und Tierliebhaber". Anstatt lange zu reden, setzten sie ihre Ideale lieber täglich um.

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Die anschließende Mitgliederversammlung begann mit dem traditionellen Bericht des Vorstandes über das vergangene Geschäftsjahr. Mit rund 1,6 Milliarden Euro konnten die Unternehmen der ZG Raiffeisen-Gruppe ihren Gesamtumsatz um 21,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Angesichts der zahlreichen Wetterkapriolen im Vorjahr mit massiven Auswinterungsschäden vor allem im im Norden des Arbeitsgebietes und Saisoneinbrüchen im Endverbrauchergeschäft zeigte sich Vorstandvorsitzender Dr. Ewald Glaser mit diesem Ergebnis zufrieden.

Rückblick auf das Jahr 2012

Erstmals flossen in das Ergebnis auch die Gewinne der ZG Raiffeisen Technik GmbH und der ZG Raiffeisen Energie GmbH ein, die seit dem 1. Januar 2012 als selbstständige Tochterunternehmen wirtschaften. „Die unternehmenspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre sowie die gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbeiteten Konzepte zur Marktbearbeitung beginnen, Früchte zu tragen, und schlagen sich in einem erfreulichen Ergebnissprung nieder“, bilanzierte Glaser. Aus dem erwirtschafteten Gewinn kann die ZG Raiffeisen für das Geschäftsjahr 2012 Vergütungen und Dividendenleistungen von insgesamt 1,5 Millionen Euro an ihre Mitglieder ausschütten. Weitere Informationen zum Geschäftsjahr 2012 finden sich im Geschäftsbericht sowie in unseren Pressemitteilungen.

Kontroverse Themen

Weitere Schwerpunktthemen des Verstandsberichtes waren das Investitionsniveau in der Landwirtschaft, der massive Einbruch in der Schweinehaltung im Herkunftsland des Schwarzwälder Schinkens, Informationsangebote für Landwirte sowie die grüne Gentechnik. In seiner Rede bekannte sich Dr. Glaser uneingeschränkt zum vollständigen Verzicht auf den Einsatz von Gentechnisch veränderten Organisamen (GVO). Zugleich plädierte der Vorstandsvorsitzende dafür, im Saatgutbereich die klassische Züchtung mit den Möglichkeiten gentechnischer Diagnosetests zu kombinieren. Diese bedeuteten einen entscheidenden züchterischen Fortschritt bei der Entwicklung neuer Sorten, die immerhin acht bis zwölf Jahre benötige. Jeglichen aktiven Eingriffen in die DNA von Lebewesen, ob Mensch, Pflanze oder Tier, erteilte Glaser dagegen erneut eine kategorische Absage.

Wahlen zum Aufsichtsrat und zum Beirat

Auf der Tagesordnung standen auch Wahlen zum Aufsichtsrat und zum genossenschaftlichen Beirat. Im Aufsichtsrat wurden Jürgen Freudenberger, Friedrich Fröhlin und Hubert Hopp in ihren Ämtern bestätigt. Für den Beirat erneuerte die Mitgliederversammlung das Mandat für Christian Fix und Franz Käppeler. Neu in den Beirat gewählt wurde Rosa Karcher, die Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden, die im Haupterwerb einen Wein- und Obstbaubetrieb bei Oberkirch bewirtschaftet. Sie tritt die Nachfolge von Marianne Anselm an, die nach langjähriger Tätitgkeit im Beirat nicht erneut zur Wahl antrat.

Neuer Finanzvorstand

Auf der Generalversammlung stellte sich außerdem der neue Finanzvorstand Gary Rölle den Mitgliedern vor, der mit Wirkung zum 1. Juli 2013 die Nachfolge von Dr. Ralf Wiebe antritt. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Wirtschaftsingenieur fing 1997 bei einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Mannheim an, bevor er bei einem Pharmaunternehmen internationale Managementerfahrung sammelte.

In seiner kurzen und sehr persönlichen Vorstellungsrede erklärte der verheiratete Vater einer fünfjährigen Tochter, dass er sich bei seinem Wechsel in das Pharmageschäft ganz bewusst für ein familiengeführtes Unternehmen entschieden habe. In seiner Zeit bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe er für sich die Einsicht gewonnen, dass ein wirklich nachhaltiges Wirtschaften am besten bei nicht-börsennotierten Unternehmen möglich sei. Der jetzige Wechsel von einem familiengeführten zu einem genossenschaftlichen Unternehmen sei nun der konsequente nächste Schritt, denn welchen besseren Rahmen könne man sich für nachhaltiges Wirtschaften vorstellen als den genossenschaftlichen Gedanken? Diese Philosophie brachte Rölle auf die Formel: „Wer schnell sein will, geht allein, wer weit kommen möchte, geht mit anderen!“

Dialog tut Not

Als Gastredner hatte die ZG Raiffeisen Dr. Clemens Dirscherl gewinnen können, den Agrarbeauftragten der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), der zum Thema „Landwirtschaft im Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen“ sprach. Dirscherl zeichnete in seinem Vortrag das beklemmende Bild einer hochprofessionalisierten Landwirtschaft, die den häufig widersprüchlichen Erwartungen und Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft in Deutschland oftmals ebenso sprachlos wie hilflos gegenüberstehe.

Kritik und Dialog als Chance

Diese Gesellschaft setze sich zunehmend kritisch mit den Folgen ihrer eigenen, Ich-fixierten Bedürfnisse auseinander. Die Antworten auf diese Fragen, die moralischen Ansprüche und das tatsächliche Verhalten der Verbraucher und Wähler würden jedoch häufig weit auseinanderklaffen. Ihre Erwartungen hätten wiederum ihre Wurzel in einem allumfassenden Wertewandel, den unsere Gesellschaft seit einigen Jahren erlebe, im Spannungsfeld von Globalisierung, demographischem Strukturwandel, einer zunehmenden Vertrauenskrise gegenüber Politik, Wirtschaft und Banken, und einer daraus resultierenden Sehnsucht nach Werteorientierung. Das Resultat, eine mitunter massive Kritik in landwirtschaftlichen Fragen wie beim Thema Gentechnik, Massentierhaltung, Welternährung oder Biopatentierung, werde  von der Landwirtschaft häufig als Bedrohung empfunden.

Kein "Agribusiness" ohne "Agrikultur"

Diese Kluft zwischen „Agribusiness“ und „Agrikultur“ könne nur durch Dialog überwunden werden. Dirscherl wünschte den Landwirten und ihren Organisationen dafür mehr Offenheit gegenüber kritischen Tönen aus der Gesellschaft. Ein kritischer Dialog sei keine Bedrohung, sondern eine Chance. „Eine Landwirtschaft, die nicht fähig zum Dialog ist, wird von der Gesellschaft immer wieder hinterfragt werden“, sagte Dirscherl. Schließlich finde Landwirtschaft in, für und mit der Gesellschaft statt, die ihr Auftraggeber sei. Technische Professionalisierung allein genüge dafür nicht. Vielmehr müsse die Landwirtschaft ihre eigene, werteorientierte Unternehmensethik finden, ein moralisches Fundament, so Dirscherl, mit dem „wir eben zu dem Ziel kommen, Landwirtschaft für die Gesellschaft und nicht gegen die Gesellschaft zu betreiben.“

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Impressionen von der Generalversammlung 2013
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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