Generalversammlung

Wege zum Horizont: Leinen los in Konstanz (Fotos: ZG Raiffeisen)

Generalversammlung 2015: Nahe und ferne Horizonte in Sicht

Mit 874 Anmeldungen begann die 104. Generalversammlung der ZG Raiffeisen eG am 26. Juni 2015 in Konstanz mit einem Besucherrekord. Bei bestem Wetter ließen Vorstand und Mitglieder im historischen Konstanzer Konzil das Geschäftsjahr 2014 Revue passieren und wagten einen Ausblick auf nahe und ferne Horizonte.

Bürgermeister Uli Burchhardt kam in seinem Grußwort auf einige Gemeinsamkeiten zwischen seiner Stadt Konstanz und der ZG Raiffeisen, darunter ein starker Einzelhandel, grenzübergreifende Zusammenarbeit und nicht zuletzt Rheinkilometer Null. Dort beginnt der schiffbare Bereich des Flusses, der für die Getreidevermarktung der ZG Raiffeisen bis in die Nordseehäfen die wichtigste Transportader bildet.

Burchhardt, der selbst gelernter Landwirt ist, erinnerte auch an das legendäre Konstanzer Konzil anlässlich der Papstwahl von 1417. „Es gab eine gepflasterte Straße, heute sind es einige wenige mehr, aber die Verkehrssituation ist ähnlich wie damals, glaube ich“, scherzte Burchhardt.  „Aber wir sind es historisch gewöhnt und freuen uns darüber, dass Menschen nach Konstanz kommen, um sich auszutauschen und hier Tagungen abzuhalten.“

Alle Fotos aus Konstanz finden Sie weiter unten auf dieser Seite


Den Beitrag der ZG Raiffeisen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit lobte auch Dieter Blaeß vom Regierungspräsidium Freiburg in seinem Grußwort, in dem er wie üblich die jüngsten agrarpolitishen Trends resümierte. Mit der neuen EU-Agrarreform würden ab dem 1. Juli vor allem die  Beratungsdienste in Baden-Württemberg in ein neues System überführt. Die ZG Raiffeisen sei eine stabilisierende Kraft im ländlichen Raum, denn es gäbe in Baden-Württemberg eben nicht nur Großstädte wie Konstanz.

Qualität als Antwort auf Schnäppchenjagd

In seinem Grußwort kritisierte Gerhard Glaser vom Landesbauernverband eine Gesellschaft, die ebenso „übermütig wie wehleidig sei“ und Tierwohl predige, sich zugleich aber praktisch permanent auf "Safari" nach preiswerten Lebensmitteln befinde. Es sei für die Landwirte eine „fast übermenschliche Herausforderung“, in einer Gesellschaft zu bestehen. Hier gehörten Genossenschaften wie die ZG Raiffeisen immer noch zu den besten Vernetzungsinstrumenten für die Bäuerinnen und Bauern.

„Wir sind ja froh über jeden Konsumenten, der kritische Fragen an die Landwirtschaft hier stellt“, meinte Glaser. „Denn gerade damit kommt man weg von der reinen Schnäppchenjagd. Und kritische Verbraucher, wir wissen es, landen unweigerlich bei unserer heimischen großartigen Qualität.“ Allerdings müsse die Landwirtschaft ihre tägliche Leistung dieser Gesellschaft auch ständig deutlich vor Augen führen.

Rückblick auf das Geschäftsjahr 2014

Am Beginn der Mitgliederversammlung stand traditionell der Jahresrückblick des Vorstands auf das vergangene Geschäftsjahr. Mit 1,3 Milliarden Euro sank der Umsatz der ZG Raiffeisen-Gruppe im Jahr 2014 um 11,4 Prozent. Das Ergebnis habe dennoch ausgebaut werden können. „Wir befinden uns also auf gutem Kurs“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Ewald Glaser.

Im Rückblick auf das Jahr 2014 sei vor allem positiv festzuhalten, dass die Eigenkapitalbasis weiter ausgebaut und die Eigenkapitalquote von 21,8 auf 24,7 Prozent deutlich verbessert werden konnten, obwohl die Investitionssumme deutlich über den Abschreibungen lag. Die getätigten Investitionen im Volumen von rund 23 Mio. Euro würden wesentlich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in den nächsten Jahren beitragen. Zahlreiche Neueinstellungen zeigten, dass die Anziehungskraft des Unternehmens als Arbeitgeber gestiegen sei. Die Auszahlungen an die Mitglieder konnten um 100.000 Euro auf 1,8 Mio. Euro erhöht werden. 

Es wurde viel investiert

Der deutliche Anstieg des Anlagevermögens sei auf die starke Investitionspolitik der ZG Raiffeisen-Gruppe zurückzuführen. Rund 23 Millionen Euro wurden in neue Standorte, Informationstechnik, Fuhrpark sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Zahlreiche Standorte konnten neu- oder ausgebaut und zwei neue Joint Ventures in den Geschäftsfeldern Biodiesel und Holzpellets gegründet werden. Das größte Projekt war das neue Logistikzentrum der ZG Raiffeisen Märkte in Lahr, das gemeinsam mit der Schweizer Partnergenossenschaft fenaco errichtet wird, mit einem Investitionsvolumen von 7 Millionen Euro. „Man kann natürlich auch gute Bilanzen schreiben, ohne zu investieren“, sagte Dr. Glaser. Doch früher oder später würde dies jedes Unternehmen einholen.

Talfahrt auf den Märkten

Ansonsten war das Geschäftsjahr 2014 geprägt von einer verregneten Ernte, einem warmen Winter und krisengeschüttelten internationalen Märkten, die den Preisen bei Energie und Getreide eine steile Talfahrt beschwert hätten. Zugleich litt die Maisernte unter Qualitätsproblemen angesichts der extremen Witterungsbedingungen, die Landwirten und Unternehmen alles abverlangt hätten.

Im Obst- und Weinbau müsse man noch klare Strategien im Kampf gegen die sich massiv ausbreitende Kirschessigfliege finden. Gegen den Maiszünsler habe sich dagegen der biologische Pflanzenschutz aus der Luft mit Trichogramma-Ausbringungen per Multikopter bestens bewährt. Im Marktindex der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) konnte die ZG Raiffeisen dagegen auf den fünften Rang im Imageranking der deutschen Agrarhändler aufrücken. Dies sei für die ZG Raiffeisen Anerkennung und Ansporn zugleich, weiter an sich zu arbeiten.

Alle Zahlen und weitere Informationen zum Jahresabschluss 2014 finden sich in unserer Übersicht sowie im Geschäftsbericht und in unseren Pressemitteilungen.

Wahlen

Einstimmig wählte die Mitgliederversammlung in den Aufsichtsrat Clements Fritz aus Achern, der beruflich bei der dortigen Volksbank im Vorstand tätig ist. Er folgt Herbert Schindler nach, der nach 14 Jahren aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Aufsichtsratsvorsitzender Karl Rombach dankte seinem langjährigen Stellvertreter sichtlich bewegt für die gute Zusammenarbeit, die dieser nicht weniger bewegt auf die Formel brachte: „Wir waren ein starkes Team.“

Als neue Arbeitnehmervertreterin hatten die Mitarbeiter der ZG Raiffeisen bereits am 15. Juni mit großer Mehrheit Iris Bäuerle gewählt, die seit 2013 als Personalentwicklerin für die ZG Raiffeisen Märkte und die ZG Raiffeisen Energie GmbH in der Karlsruhe Zentrale arbeitet. Sie tritt die Nachfolge von Eva Moser an, die nach Antritt ihres wohlverdienten Ruhestandes im Vorjahr nun auch ihr Mandat im Aufsichtsrat niederlegte. Im genossenschaftlichen Beirat wurden Dieter Blaeß aus Freiburg und Georg Moog aus Hüfingen wiedergewählt.

Ferne und nahe Horizonte erkundet

Im Anschluss an die Veranstaltung waren alle Mitglieder zur traditionellen Bottsfahrt auf dem Bodensee eingeladen. Bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein schipperten mehrere hundert erkundungsfreudige Gäste auf der MS Graf Zeppelin und auf der MS Eurega über den Überlinger See, um einige der vorab diskutierten Horizonte direkt zu erkunden.

Impressionen von der Generalversammlung 2015
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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