"Alles Mimosen"? Tag der Kartoffelgesundheit in Stutensee

16.07.2018
Von: Jens Kreutzfeldt

Über 270 Fachbesucher kamen am 12. Juli 2018 zum Tag der Kartoffelgesundheit nach Stutensee bei Karlsruhe. Auf einem großen Versuchsgelände auf dem dortigen Lindenhof haben das dort nahezu alles getestet, was Kartoffelerzeuger derzeit so umtreibt. Als Versuchslieferant und Sponsor der Veranstaltung war die ZG Raiffeisen mit gleich vier Geschäftsbereichen vor Ort vertreten.


Alles rund um die Knolle: Tag der Kartoffelgesundheit in Stutensee (Fotos: Jens Kreutzfeldt/ZG Raiffeisen)

Alles rund um die Knolle: Tag der Kartoffelgesundheit in Stutensee (Fotos: Jens Kreutzfeldt/ZG Raiffeisen)

Der Versuch ist auch für die Veranstalter eine Premiere in dieser Dimension: Sortenversuche, Pflanzenschutzversuche und Zwischenfrüchte sowohl für biologische als auch für konventionelle Erzeuger, alles in einer Anlage. Über ein Jahr Vorbereitung haben die Betreuer in ihre Versuchsfelder gesteckt. Das Ganze ist ein Gemeinschaftsprojekt der landwirtschaftlichen Beratungsdienste in der Region, die sich auch oder nur mit dem Kartoffelanbau befassen.

Dass die Veranstalter mit ihrem Konzept einen Nerv in der Branche getroffen haben, zeigte die starke Resonanz zahlreicher Fachbesucher vor allem aus Baden-Württemberg, dem Elsass, Österreich und der Pfalz. Gefragt waren in erster Linie die Themen Kartoffelsorten, Herbizide sowie Abreife und Krautregulierung.

Den vollständigen Bericht vom Tag der Kartoffelgesundheit lesen Sie hier


Das Versuchsziel ist, mehr Wissen über die Gesunderhaltung von Kartoffelbeständen zu sammeln und zu vermitteln, immerhin eine durchaus anspruchsvolle Pflanze. Gerade besonders wohlschmeckende Kartoffelsorten seien im Anbau häufig "alles Mimosen", wie sich ein Versuchsbetreuer ausdrückte. Sie brauchen besondere Aufmerksamkeit gerade in einem Anbaujahr wie diesem, in dem die Kulturen infolge anhaltender Hitze und Trockenheit rund drei Wochen früher dran sind als sonst. Damit sind auch die einschlägigen Kartoffelschädlinge früher aktiv geworden.

Flamm das Unkraut einfach weg!

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung waren dementsprechend die Pflanzenschutzversuche, die vor allem von Hans-Jürgen Meßmer und Bernhard Bundschuh vom LTZ Augustenberg vorbereitet wurden. Sorgen bereitet den Experten, dass auch in diesem Bereich immer mehr Zulassungen für bewährte Pflanzenschutzmittel auslaufen und immer weniger neue Wirkstoffe zugelassen würden.

Daher wird mit Hochdruck nach neuen, umweltverträglichen Lösungen gesucht. So demonstrierte Christian Landzettel von der Bioland-Beratung ein Abflammgerät für Kartoffelkraut. Durch diese thermische Krautabtötung können Pflanzenschutzmittel ersetzt werden. Allerdings befindet sich das Verfahren noch im Versuchsstadium.

Die Kartoffelkette der ZG Raiffeisen

Die ZG Raiffeisen beliefert das Versuchsgelände in Stutensee mit Pflanzgut sowie mit Betriebsmitteln wie Dünger, Pflanzenschutz und Zubehör wie Verfrühungsvliesen. Doch mit dem Anbau fängt die Kartoffelkette im Unternehmen gerade einmal an. So vertreibt die ZG Raiffeisen Technik GmbH Anbau- und Erntetechnik für Kartoffeln, die auch beim Lindenhof im Einsatz ist.

Einen Ausblick in digitale Zukunftstechnologien bot außerdem der Fendt-Traktor der ZG Raiffeisen Landwirtschaft Digital 4.0 GmbH, dem digitalen Start-Up der Unternehmensgruppe, komplett mit Isaria-Pflanzenschutzsensor und Feldspritze vom Lemken. Gemeinsam mit dem LTZ Augustenberg wurden verschiedene Düsen zur Abdriftminderung vorgestellt.

Sorten aus eigener Vermehrung

Auch der Endverbraucher wurde an diesem Tag nicht vergessen, denn ihm sollen die angebauten Kartoffelsorten am Ende schließlich schmecken. Ähnlich wie beim Eier-Sortiment bieten die Märkte auch Kartoffeln ausschließlich aus regionaler Produktion an, die direkt vom Erzeuger verpackt und geliefert werden.

Mittel- bis langfristig ist es das Ziel der Märkte, den regionalen Kreislauf ganz zu schließen und nur noch Kartoffelsorten aus eigener Vermehrung anzubieten. Dann weiß das Unternehmen nicht nur stets genau, woher die Ware stammt, sondern kann auch die Qualität des Pflanzgutes selbst kontrollieren.

zurück