Trockene Zahlen: Erntebilanz der ZG Raiffeisen erwartet deutlich geringere Mengen, aber sehr gute Qualitäten

02.08.2018
Von: Jens Kreutzfeldt

Die anhaltende Trockenheit hat zu einem sehr frühen Beginn der Getreideernte und beim Mais zur Notreife geführt. Die ZG Raiffeisen erwartet 2018 in Baden deutliche geringere Erntemengen als im Vorjahr, wenn auch über dem bundesdeutschen Durchschnitt und mit sehr guten Qualitäten. Bei der Maisernte werden Ertragsverluste von rund 25 Prozent befürchtet.


Erntebilanz 2018 bei der traditionellen Getreide-Pressekonferenz der ZG Raiffeisen im August (Foto: Nadine Geißler/ZG Raiffeisen. Zum Vergrößern ins Bild klicken.)

Erntebilanz 2018 bei der traditionellen Getreide-Pressekonferenz der ZG Raiffeisen im August (Foto: Nadine Geißler/ZG Raiffeisen. Zum Vergrößern ins Bild klicken.)

„Frühe Ernten sind selten gute Ernten“, so formulierte es Dr. Ewald Glaser, Vorstandsvorsitzender der ZG Raiffeisen e.G. Dabei hatte die Getreideernte 2018 im Arbeitsgebiet der badischen Hauptgenossenschaft nach einem anfänglichen Bilderbuchstart bis Mai eigentlich unter guten Vorzeichen gestanden.

Das berichteten die Vorstände Dr. Glaser und Lukas Roßhart sowie Franz Utz, Geschäftsbereichsleiter Vermarktung, bei der traditionellen Getreide-Pressekonferenz des Unternehmens am 2. August 2018. Die Pressekonferenz war in diesem Jahr auf dem Lindenhof von Karl-Heinz Geißler in der Benshurstsiedlung bei Lichtenau zu Gast.

Bilderbuchstart in eine heiße Saison

Einer gelungenen Aussaat sowie einem normalen Winter war ein Bilderbuchfrühjahr mit ungewöhnlich hohen Temperaturen gefolgt, was zu einem rasanten Aufwuchs der Kulturen führte. Besonders Mais zeigte eine noch nie dagewesene Jugendentwicklung, was eine sehr positive Ernteprognose auslöste.

Doch die nachfolgende Trockenheit im Juni und Juli führte in allen Kulturen zu enormem Wachstum und zu einer sehr frühen Ernte. Die erste Wintergerste wurde in Baden bereits am 15. Juni geerntet, der erste Weizen wurde vor dem 1. Juli gedroschen und angeliefert. Bis auf vereinzelte Höhenlagen ist die Ernte inzwischen nahezu im gesamten Arbeitsgebiet bereits abgeschlossen.

Erträge und Qualitäten

Die Erträge sind regional sehr unterschiedlich. Im nördlichen Teil des Arbeitsgebietes wurden rund 20 Prozent weniger als im Fünfjahresdurchschnitt geerntet, während am Bodensee von einer normalen Ernte berichtet wird. Das Getreide konnte qualitativ gut und trocken eingefahren werden. Insgesamt erwartet die ZG Raiffeisen 2018 eine Erfassungsmenge, die mit etwa 250.000 Tonnen rund 15 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Neben dem Mais haben vor allem Braugerste, Raps und Roggen unter der Trockenheit besonders gelitten. Während bei nahezu allen Kulturen ruckläufige Erntemengen erwartet werden, haben manche Qualitäten dagegen positiv überrascht, besonders beim Weizen. Auch bei Dinkel und Wintergerste sind die Qualitäten besonders gut.

Weltweite Nachfrage und Preisentwicklung

Aufgrund der weltweit rückläufigen Erntemengen steigen die Preise für alle Getreidearten. In den kommenden Monaten sei mit einer verstärkten Volatilität auf den Getreidemärkten zu rechnen. Denn der globale Getreideverbrauch im Verlauf dieses Jahrzehntes nehme jährlich um durchschnittlich 48 Mio. Tonnen zu, betonte Dr. Glaser: "Das laufende Jahrzehnt weist damit die rasanteste Nachfrageentwicklung aller Zeiten auf."

Die Maispreisnotierungen liegen bisher noch unter denen des Vorjahres, doch auch hier erwarten Dr. Glaser und Franz Utz in Anbetracht der unveränderten Witterungsbedingungen noch Bewegung nach oben. Wie immer können Landwirte ihre Ernte mit den exklusiven Vermarktungsmodellen der ZG Raiffeisen für Mitglieder absichern und so an steigenden Märkten in vollem Umfang partizipieren.

Trockene Halbjahresbilanz

Die Trockenheit belastet auch die Halbjahresbilanz der Unternehmensgruppe, die der Vorstand insgesamt aber als zufriedenstellend bezeichnet. Der Gesamtumsatz stieg leicht um 1 Prozent auf 538 Mio. Euro, wobei die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen sehr unterschiedlich ausfiel. Während sich das Agrargeschäft vor allem witterungsbedingt weiter uneinheitlich entwickelte, konnten im Endverbrauchergeschäft alle Geschäftsbereiche Zuwächse verzeichnen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung.

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