Audit 2012 - Interview mit einem Auditor

Audits 2012: "Der Ideenreichtum der Mitarbeiter ist beeindruckend."

Im Sommer 2012 stellten sich erneut rund 20 Agrarniederlassungen der ZG Raiffeisen eG der Zertifizierung für Futtermittelsicherheit nach GMP+ (Good Manufacturing Practice). Erneut stellten die Auditoren der Genossenschaft ein sehr gutes Zeugnis aus. Es gab kaum Beanstandungen hinsichtlich der GMP+-Normen. Lediglich fünf Abweichungen wurden erteilt, wie die Abläufe weiter verbessert werden können. Wir sprachen mit einem der externen Auditoren über seine Eindrücke.

Zertifikate sind im Agrarbereich besonders wichtig. Immerhin werden hier Rohwaren und Ausgangsprodukte für Lebens- und Futtermittel produziert. Die Zertifikate geben den Abnehmern in der weiteren Verarbeitungskette ebenso wie dem Endverbraucher die Sicherheit, dass die verarbeitete Rohware einwandfrei ist. Denn das „Siegel“ erhält nur, wer bei Erfassung, Aufbereitung und Lagerung strenge Vorschriften beachtet.

Die Vermarktungsstandorte der ZG Raiffeisen schnitten bei der Futtermittelsicherheit nach GMP+ auch 2012 wieder sehr gut ab. Ausdrücklich gelobt wurden Sauberkeit und Ordnung der Standorte, das ausgeprägte Bewusstsein der Mitarbeiter für ein funktionierendes Auditwesen und ihr Engagement bei der Umsetzung. Anerkennung gab es auch für die internen Schulungsmaßnahmen der ZG Raiffeisen sowie für den vorbildlichen Zustand von Unterlagen und Dokumentation in Sachen Qualitätssicherung. Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein, doch leider ist dies in der Branche bei weitem nicht immer der Fall. Ansonsten gab es lediglich sieben sogenannte Abweichungen und Hinweise. Das sind Anmerkungen zu bestimmten Einzelheiten, die die ZG Raiffeisen bei ihrer Qualitätssicherung noch verbessern kann.

Die Überwachung der zertifizierten Betriebe ist Sache von externen Auditoren. Das sind unabhängige Experten, die im Auftrag des Zertifizierers unterwegs sind. Die ZG Raiffeisen Online-Redaktion konnte zwischen zwei Begehungen mit einem von ihnen über seine Eindrücke sprechen.

Das Fachgespräch

„Es bewirkt was, was Du hier machst“

ZG Raiffeisen Online-Redaktion: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unsere Leser nehmen. Sie haben eine arbeitsreiche Woche hinter sich und rund 20 Standorte der ZG Raiffeisen begutachtet. Wie muss man sich so ein Audit vorstellen?

Auditor: Nun ja, wir sehen uns die Betriebe genau an, ob alle Standards und Anforderungen eingehalten werden, die die GMP-Norm vorschreibt. Das ist ja der Sinn eines Qualitätsmanagementsystems: Ein Bewusstsein dafür wecken, wie man seine Arbeit macht. Fehlerquellen minimieren, soweit es irgend geht. Jeder Standort, der unser Normsiegel trägt, muss sich alle drei Jahre einer Überprüfung stellen. Wenn alles in Ordnung ist, wird es verlängert. Bei kleineren Mängeln oder Normverstößen vergeben wir sogenannte Abweichungen oder Hinweise für Verbesserungen. Die müssen dann quasi repariert werden. Es ist eigentlich ähnlich wie mit dem Auto beim TÜV.

Online-Redaktion: Und dafür müssen Sie dann bis in unsere Silos steigen?

Auditor: Du lieber Himmel, nein, im Silo kann man nicht einfach herumlaufen. Wir gehen natürlich durch die Produktion und sehen uns an, ob alles sauber ist. Meistens wird schon bei der Begehung ziemlich schnell klar, wie ernst die Mitarbeiter die ganze Sache nehmen und wie sorgfältig sie ihren Job machen. Der Großteil beim weiteren Audit ist dann Papierkram. In welchem Zustand ist die technische Anlage, halten sich die Mitarbeiter an die Vorschriften für Sicherheit, Hygiene, undsoweiter, könnten Fremdstoffe in die Warenströme gelangen, sind die Maschinen vorschriftsmäßig gewartet? Im Idealfall ist das wie hier alles ordentlich dokumentiert. Mit Checklisten können viele Fehler von vornherein vermieden werden. Und wenn trotzdem wirklich mal etwas sein sollte, kann der Mitarbeiter nachweisen, dass er vorschriftsmäßig gehandelt hat.

Online-Redaktion: Wie ich höre, haben wir ganz gut abgeschnitten?

Auditor: Das steht alles hinterher ganz genau in unserem Bericht. Aber die Sauberkeit ist schon einsame Spitze, so etwas wie hier habe ich wirklich noch nicht gesehen. Ich kann nur bewundern, wie die Mitarbeiter die Disziplin aufbringen, jeden Winkel immer wieder von neuem sauberzumachen. Das ist schon sehr aufwendig und mühsam bei solchen Anlagen.

Online-Redaktion: Gab es etwas, was Sie besonders beeindruckt hat?

Auditor: Vor allem der Ideenreichtum der Mitarbeiter, sich neue Lösungen auszudenken, für ganz praktische Verbesserungen. Meistens mit ganz einfachen Mitteln. Da kann man immer wieder nur staunen. In einer Niederlassung haben die Mitarbeiter eine Art Treppe auf Rädern gebastelt, wie eine Gangway am Flughafen. Damit können sie jetzt besser Rückstellmuster bei der Anlieferung ziehen. Einfach, aber effektiv.

Online-Redaktion: Wir sind also auf gutem Wege?

Auditor: Ich bin ja nicht zum ersten Mal bei der ZG Raiffeisen und kann daher sehen, wie sich die Verbesserungen langsam ausbreiten. Wie mir scheint, von Süden nach Norden, übrigens. Egal, was ich definitiv sagen kann: Die Audits wirken. Wenn hier etwas besprochen wird, dann wird es auch umgesetzt. Das hat mich gefreut. Wir sind viel unterwegs und sehen viele Werke und Erfassungsstellen in ganz Deutschland. Da ist es schön zu sehen, wenn man ein Jahr später wiederkommt und sieht: Es bewirkt was, was Du hier machst.

Online-Redaktion: Gibt es auch etwas, was wir besser machen können?

Auditor: Das Engagement der Mitarbeiter ist großartig, aber das allein reicht nicht. Verbesserungen von Mitarbeiterseite haben natürliche Grenzen. Sobald Investitionen von Unternehmensseite erforderlich sind, um die Ursachen für unsere Hinweise zu beheben, tut man sich bei der Umsetzung der Verbesserungen nach meinem Eindruck schwer. Das ist schade. Mitarbeiter müssen spüren, dass ihre Vorschläge und Ideen ernst genommen werden.

ZG Raiffeisen: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Ansprechpartner

Markus Weßbecher
Qualitätsmanagement
beauftragter
ZG Raiffeisen-Gruppe
Tel.: 0721-352 1822
E-Mail

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