Audit 2014

Vorbildliches Niveau, aber der Weg ist noch lang (Fotos: ZG Raiffeisen)

Audits 2014: "Besser können Sie eigentlich kaum werden"

Bei den alljährlichen GMP-Plus-Audits mit Schwerpunkt Futtermittelsicherheit haben sich im Frühjahr wieder rund ein Dutzend Erfassungsstandorte der ZG Raiffeisen Vermarktung dem kritischen Auge des externen Auditors gestellt. Mit nur drei Abweichungen gab es wie in den Vorjahren Bestnoten.

Besonders im Blick waren nach den Ergebnissen des Vorjahres das Thema Dokumentation sowie Umgang und Reaktionsfähigkeit bei Problemen mit widrigen Witterungsverhältnissen. Das Dokumentationssystem soll helfen, Fehler in Prozessabläufen zu erkennen und abzustellen. Positiv vermerkte der Prüfer neben einer allgemein vorbildlichen Grundsauberkeit an den Standorten die konsequenten Bemühungen des Unternehmens, bei der Auditierung erkannte Probleme abzustellen und zu verbessern. Dies zeige sich sowohl an den konkreten Verbesserungsmaßnahmen wie auch an den Investitionen in Standorte und Qualitätspolitik. "Wenn Sie dieses Level halten, können Sie eigentlich kaum noch besser werden, höchstens schlechter", lobte der Auditor.

Die Ausnahmen sind der Ansporn für ein überdurchschnittliches Niveau

Negativ zu Buche schlugen vereinzelte Ausreißer bei der Grundordnung und der Basishygiene. Sie bilden die sprichwörtlichen Ausnahmen in einem ansonsten weit überdurchschnittlichen Niveau bei der Qualitätssicherung, das die ZG Raiffeisen den Prüfern zufolge in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf- und ausgebaut hat. Voraussetzung und Preis für ein hohes Niveau bei der Qualitätssicherung bleibe allerdings nun einmal, dass man kontinuierlich weiter daran arbeiten müsse. "Die Richtung stimmt, aber der Weg ist länger als gedacht."

Wir hatten im Anschluss Gelegenheit, mit Auditor Gottfried Löscher von der SGS-Gruppe über seine Eindrücke zu sprechen.

Das Fachgespräch

Interview mit einem Auditor 2014: Die Richtung stimmt, aber der Weg ist länger als gedacht


Herr Löscher, wie haben wir abgeschnitten?

Es ist in jedem Fall eine positive Entwicklung da, die sich auch in den Zahlen niederschlägt. Die Zahl der Abweichungen sinkt weiter, es hat kontinuierliche Verbesserungen gegeben, seitdem ich hier auditiere, jetzt immerhin im vierten Jahr.

Was ist Ihnen besonders aufgefallen?

Insgesamt muss ich sagen ist die Grundsauberkeit an den Standorten schon vorbildlich. In einem Qualitätsmanagement-System müssen Sie einfach ein bestimmtes Mindestlevel halten. Dieses ist bei der ZG Raiffeisen sehr hoch. Wenn Sie dieses Level halten, dann sind Sie schon sehr gut. Aber wir haben bei diesem Audit gesehen, es gab bei den Standorten auch einen Ausreißer bei der Basishygiene. So etwas kann immer einmal vorkommen und ist bei Ihnen wie gesagt eine ziemliche Ausnahme. Aber schlechter werden kann man immer. Man muss halt ständig etwas tun.

Wo können wir besser werden?

Verbessern kann man sich immer. Diesmal haben wir gesehen: Es gibt Standorte, da steht im Außenbereich einfach zuviel herum. Eine Grundordnung ist notwendig. Es fehlen die Kräfte, um neben dem Tagesgeschäft auch noch aufzuräumen. Natürlich ist jedes Unternehmen wirtschaftlichen Zwängen unterworfen. Das verstehe ich, aber Unordnung kostet Geld. Wenn man das aus dem Auge verliert, fallen die Kosten nämlich an anderer Stelle an.

Letztes Jahr hatten wir Probleme bei der Dokumentation und mit dem nassen Wetter. Ist das besser geworden?

2013 waren die Witterungsbedingungen extrem, und manche Mitarbeiter haben bei der Dokumentation den Überblick verloren. Grundsätzlich ist das Dokumentationsniveau bei der ZG Raiffeisen gut. Das Unternehmen hat versucht, auf dieses Problem zu reagieren. Man hat die Formulare auf Excel umgestellt und damit begonnen, die Dokumentation zu vereinheitlichen und zu rationalisieren. Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen. Die Richtung stimmt, aber der Weg ist länger, als er letztes Jahr gegangen worden ist. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wird hier immerhin akzeptiert, dass Dokumentation und Qualitätsmanagement notwendig sind. Das ist nicht überall selbstverständlich, leider.

Woran liegt das?

Häufig trifft man auf eine Denkweise wie: „Reicht es nicht, wenn ich meine Arbeit gemacht habe, warum soll ich das auch noch alles aufschreiben?“ Da kann ich nur sagen: Ich als Auditor kann in die Köpfe der Mitarbeiter, die etwas machen oder auch nicht, nicht hineinsehen. Jeder Auditor ist deshalb darauf angewiesen, ein Dokument zu sehen, wo genau steht, was gemacht wurde. Aber dabei sollte man auch nicht vergessen: Der Reinigungsnachweis ist wichtig für die Dokumentation, aber im Zweifelsfall brauche ich vor allem eine saubere Betriebsstelle! Man braucht beides, der Nachweis allein nützt nichts.

Aber es passiert etwas?

Ja, alles was ich hier sehe, bestätigt unsere Einschätzung der vergangenen Jahre: Das Unternehmen reagiert zeitnah und wirksam auf Veränderungen. Das ist eine sehr positive Erkenntnis. Die ZG Raiffeisen investiert jährlich rund 5 Millionen Euro in ihre Getreideanlagen, das schlägt sich positiv nieder.

Herr Löscher, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Impressionen vom Audit 2014
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ansprechpartner

Markus Weßbecher
Qualitätsmanagement
beauftragter
ZG Raiffeisen-Gruppe
Tel.: 0721-352 1822
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