Interview mit einem Auditor 2015

Bestanden ohne Abweichungen: Der lange Weg beim professionellen Qualitätsmanagement hat sich gelohnt (Fotos: ZG Raiffeisen)

Audits 2015: ZG Raiffeisen setzt Standards beim Standard

GMP+-Audits erstmals ohne eine einzige Abweichung bestanden

Im Mai 2015 haben sich erneut rund ein Dutzend Erfassungsstandorte der ZG Raiffeisen den alljährlichen externen Audits mit Schwerpunkt Futtermittelsicherheit nach GMP+ gestellt und mit einem Rekordergebnis bestanden. Nicht eine einzige Abweichung fanden die Prüfer, es gab lediglich drei Verbesserungshinweise. Da staunte selbst Auditor Gottfried Löscher vom Zertifizierungsdienstleister SGS. Wir haben mit ihm gesprochen.

Das Fachgespräch

Herr Löscher, ein Audit nach GMP+ ohne eine einzige Abweichung, also ohne größere Verstöße gegen die Norm des geprüften Standards. Wie oft haben Sie das in Ihrer Arbeit als Auditor schon erlebt?

Bei einem Unternehmen dieser Größenordnung: Noch nie!

Das ist also schon etwas Besonderes?

Für mich als Auditor ist das ungewohnt. Wie soll ich jetzt noch eine Verbesserung vorschlagen (lacht)…? Nein, im Ernst, machen wir uns nichts vor: Keine Abweichung heute bedeutet nicht, dass so etwas nie wieder passieren kann. Aber eine Abweichung darf man auch nicht missverstehen. Sie bedeutet nur, dass der betreffende Standort bei der entsprechenden Vorgabe zum gegebenen Zeitpunkt nicht das geforderte Ergebnis erbracht hat. Das ist nie auszuschließen. Ein QM-System ist ja dafür da, dass man solche Fehler findet und abstellt.

Woran liegt dieses außergewöhnliche Ergebnis nach Ihrem Eindruck?

Ich sehe vor allem drei Faktoren, die eine Rolle spielen. Erstens: Sie haben ein eigenes QM-System mit einem guten internen Auditsystem aufgebaut, das funktioniert. Zweitens: Sie investieren konsequent in Ihre Standorte und versuchen vor Ort ein Niveau auf die Beine zu stellen, das den Mitarbeitern ein praktikables Qualitätsmanagement erlaubt. Drittens: Alle Fragen des Qualitätsmanagements sind bei Ihnen Chefsache und werden auch konsequent gegenüber den Mitarbeitern vertreten.

Dieses Bündel von Faktoren insgesamt hat dazu geführt, dass ich bei den geprüften Standorten sagen muss: Es gibt nichts, was man nicht verbessern kann, aber jetzt haben wir ein Niveau erreicht, dass eigentlich gewollt ist mit dem dem, was Qualitätsmanagement bewirken soll.

Dieses Niveau ist also das Resultat mehrjähriger konsequenter Arbeit?

Richtig. Fangen wir mit den internen Audits an. Interne Audits sind eine sehr gute Voraussetzung für ein effektives QM-System, denn das bedeutet ja, Sie haben sich selbst Regeln gegeben, deren Einhaltung Sie ständig überwachen. Der externe Auditor muss dann nur noch überprüfen, ob das alles den Standards der Norm entspricht.

Aber interne Audits brauchen auch klare Bewertungskriterien, und die fallen nicht vom Himmel. Das Qualitätsmanagement hat bei Ihnen dafür eine relativ detaillierte Checkliste auf die Beine gestellt.

Ist das denn nicht alles vom Zertifizierer vorgegeben?

Nein, es gilt die interne Form, und die müssen die Unternehmen selbst finden. Wichtig ist, dass diese dann auch eingehalten wird! Die Audits beziehungsweise der auditierte Standard soll Ihnen dabei helfen, Ihre Geschäftsvorgänge vernünftig zu bearbeiten und eventuelle Reklamationen ordentlich abzuwickeln. Und Reklamationen gibt es immer – Warengeschäfte im Umfang von tausenden Tonnen ohne jede Kundenreklamationen sind eine theoretische Vorstellung.

Haben die Verbesserungen bei unserer Dokumentation geholfen? In den vergangenen Jahren gab es hier ja immer mal wieder Probleme.

Das ist richtig. Es fängt schon damit an, dass Sie den Leuten klarmachen müssen, dass die Dokumentation, die sie bei ihrer Arbeit machen müssen, keine Schikane ist, sondern einen ganz konkreten Sinn hat. Prüfen können Sie nicht, was die Leute denken, sondern nur, was irgendeiner Weise festgehalten ist, also in einem Dokument.

Wenn der Auditor dann zur Prüfung kommt und so ein Dokument existiert nicht, dann kann der Mitarbeiter so oft beteuern wie er will: Das habe ich meinem Chef doch schon dreimal gesagt. Dann ist es zu spät! Das Gesamtsystem ist das, was greift und, wenn es gut läuft so wie hier, die Wirkung erzielt, die beabsichtigt ist.

Wo sehen Sie die künftigen Herausforderungen beim Qualitätsmanagement?

Sie haben jetzt hier auch für mich ein wirklich schon ein erstaunliches Niveau erreicht. Aber das schließt nicht aus, dass Sie nicht künftig andere Probleme bekommen werden. Denn auch die Anforderungen ändern sich. GMP+ hat beispielsweise soeben die positive Deklaration eingeführt. Bis das bei allen angekommen ist, wird es die eine oder andere Fehlleistung auf dem Gebiet auch geben. Das ist nur menschlich und normal.

Machen wir uns nichts vor: Die Anforderungen werden steigen, und auch die wirtschaftlichen Zwänge werden zunehmen. Zugleich werden die Standorte und auch die Mitarbeiter ja nicht jünger. Es wird also immer etwas zu tun geben.

Herr Löscher, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Impressionen vom Audit 2015
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ansprechpartner

Markus Weßbecher
Qualitätsmanagement
beauftragter
ZG Raiffeisen-Gruppe
Tel.: 0721-352 1822
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