30.06.2021

Generalversammlung 2021: Genossenschaft packt Herausforderungen im Agrar-Sektor an

Corona-bedingt hatte sich die ZG Raiffeisen eG erneut für eine virtuelle Veranstaltung entschieden.

Das Vertrauen der Mitglieder der ZG Raiffeisen eG in ihre Genossenschaft ist ungebrochen groß. Vorstand und Aufsichtsrat wurden bei der Generalversammlung am 25. Juni ohne Gegenstimme entlastet. Wesentliche Inhalte der Veranstaltung waren das hervorragende Ergebnis der gesamten ZG Raiffeisen-Gruppe und die die Strategie, mit der die ZG Raiffeisen die Herausforderungen im Agrar-Sektor angeht. Nicht ohne Emotionen blieb die Verabschiedung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Rombach.

Grüne Politik, volatile Erzeugerpreise, Klimawandel: Leicht sind die Rahmenbedingungen nicht. Dass die genossenschaftliche Konzernmutter einen guten und der gesamte Konzern einen außerordentlichen Jahresüberschuss erwirtschaftete, ist dem Verbrauchergeschäft zu verdanken. „Hier zeigt sich erneut, wie wichtig es ist, dass die ZG Raiffeisen breit aufgestellt ist“, so Vorstand Lukas Roßhart.

Der Gewinn der gesamten Unternehmensgruppe von 9 Mio. EUR habe eine wesentliche Ursache in dem großen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie buchstäblich alles gegeben hätten, wie Roßhart weiter ausführte: „Während des gesamten Jahres waren wir seitens des Vorstands beindruckt und von großem Respekt erfüllt. Hierfür gebührt allen unser Dank und unsere Anerkennung!“

So präsentiert sich auch das gesamte Zahlenwerk der ZG Raiffeisen eG für das Geschäftsjahr 2020 positiv. Die Eigenkapitalquote stieg um 2,7 Prozent auf 30,2 Prozent, die Verbindlichkeiten gegenüber Banken sanken um mehr als 16 Mio. EUR. „Damit sind wir der Entschuldung der ZG Raiffeisen eG ein großes Stück näher gekommen“, so Roßhart.

 

Gezielte Investitionen

Dem Strukturwandel in der Landwirtschaft stellt sich die Genossenschaft mit gezielten Investitionen in – so Vorstand Dr. Holger Löbbert – „interessante Nischenmärkte“ und die Umwidmung einzelner Erfassungsstandorte zu Biostandorten. Bereits zu Beginn der aktuellen Erntesaison wird die ZG Raiffeisen eG am Mainhafen in Wertheim eine der modernsten Dinkelentspelzungsanlage Deutschlands fertiggestellt haben. Auch werde es in den kommenden Jahren in der Fläche zur Schließung kleinerer Standorte kommen. „Um in der Fläche uneingeschränkt leistungsfähig zu bleiben, werden wir logistische Alternativen anbieten“, kündigte Löbbert an.

Wortmeldungen zu diesen Ausführungen gab es in der Generalversammlung, die wie schon 2020 digital ausgerichtet wurde, keine. Einzig die Dividendenquote von 2 Prozent wurde von einem Mitglied als zu gering eingestuft. „Für die Zukunftsprojekte benötigen wir Kapital im Unternehmen“, erläuterte Vorstand Roßhart, und verwies gleichzeitig auf das anhaltende Niedrigzinsniveau. Ausgeschüttet werden an die Mitglieder inklusive der Warenrückvergütung 950.000 EUR.

Langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender scheidet altersbedingt aus

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Rombach war es die letzte Sitzung. Der 70-Jährige scheidet altersbedingt aus. In seiner teils sehr persönlichen Verabschiedungsrede würdigte ihn sein Stellvertreter Thomas Geier als Mann mit Kennerschaft und Leidenschaft. Rombach habe in seinen insgesamt 21 Jahren im Aufsichtsrat der ZG Raiffeisen, davon 18 als Vorsitzender, eine Ära geprägt. Über seine Nachfolge entscheidet das Aufsichtsratsgremium in seiner konstituierenden Sitzung am 28. Juli.

Rombach selbst waren die Emotionen und zugleich seine immens hohe Identifikation mit der ZG Raiffeisen deutlich anzumerken. Es seien auch Jahre des Ringens für die Genossenschaft und die Landwirtschaft in der Region insgesamt dabei gewesen, sagte er in seinen Abschiedsworten. Es habe sich jedoch gelohnt: „Die Selbstständigkeit der Genossenschaft ist ein ganz hohes Gut.“

Nicht nur er stellte sein Aufsichtsratsmandat zur Wahl, sondern auch das langjährige Gremiumsmitglied Hubert Hopp. Nach dem Mitgliedervotum ziehen Betriebswirt und CDU-Landtagspolitiker Raimund Haser (Kißleg) sowie Landwirt und Kaufmann Bernhard Bolkart (Schonach) in den Aufsichtsrat der ZG Raiffeisen eG ein. Volksbank-Vorstand Clemens Fritz (Bühlertal) wurde für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt. In den Beirat gewählt wurde erstmals Dr. Ulrich Kraft vom Regierungspräsidium Karlsruhe (Abteilungspräsident Landwirtschaft).

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